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Interkulturelle Spurensuche. SchülerInnen forschen Migrationsgeschichte(n)

© Michael Röder - Fotolia.com

Das Projekt wurde im Rahmen des Forschungsprogrammes Sparkling Science des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (bm.w_f) gefördert.

Das Projekt beschäftigte sich mit den Geschichtsbildern von Jugendlichen in kulturell heterogenen Klassengemeinschaften. Besonderes Augenmerk wurde im Rahmen des Forschungsprojekts auf die Bedeutung der in den Familien der SchülerInnen tradierten Geschichtsbilder und Migrationsgeschichte(n) für die Jugendlichen gelegt. Dabei wurden nicht die "Jugendlichen mit Migrationshintergrund" den "österreichischen Jugendlichen" gegenübergestellt, sondern die vielfältigen Lebensrealitäten der SchülerInnen und deren unterschiedliche kulturelle und soziale Hintergründe erfasst.

Im Zentrum des Forschungsvorhabens standen folgende Schwerpunkte:

● Erforschung der Konstruktion, Tradierung und Bedeutung von Geschichtsbildern von SchülerInnen in kulturell heterogenen Klassen
Das Forschungsprojekt stellt einen Beitrag zur Grundlagenforschung zu den Geschichtsbildern von Jugendlichen und ihren Umgang mit möglichen Differenzen und Widersprüchlichkeiten unter Bedingung der Heterogenisierung der Klassengemeinschaften dar. Ein profundes Wissen ist notwendig, um Maßnahmen für die Bildungsarbeit entwickeln zu können, die an die Lebensrealitäten der Jugendlichen anknüpfen.

● Sichtbar machen von Migrationsgeschichte(n)
Ein Ziel des Projekts war es, Migrationsgeschichte und die individuellen (Familien-)Geschichten der Jugendlichen mit Migrationshintergrund sichtbar zu machen und dazu beizutragen, dass diese in die kollektiven Erinnerungsräume aufgenommen werden. Dies geschah durch die Zusammenarbeit im Klassenraum und im weiteren Verlauf des Projekts durch eine gezielte Kommunikation und Visualisierung der Forschungsergebnisse sowie durch die Vernetzung der Wissenschaft mit den Schulen. Im Rahmen des Projektes wurde die Wanderausstellung "Migration on Tour" entwickelt, die seit Herbst 2010 österreichweit an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen zu sehen ist. Die Ausstellung wird von einem umfassenden Online-Portal begleitet. Hier geht es zur Onlineausstellung.

● Entwicklung von Maßnahmen für einen inklusiveren Unterricht
Die Forschungspartnerschaft von WissenschafterInnen, SchülerInnen und LehrerInnen bietet beste Voraussetzungen dafür, um aufbauend auf den Ergebnissen gemeinsam konkrete Strategien für die Bildungsarbeit zu erarbeiten. Durch die Auseinandersetzung mit Migrationsgeschichten wird ein Thema, dass alle SchülerInnen betrifft, in den Unterricht aufgenommen bzw. wird dieser auch für die Jugendlichen mit Migrationshintergrund biographisch anschlussfähig gemacht. Zur Ausstellung "Migration on Tour" wurden umfassende Unterrichtsmaterialien entwickelt.

● Neue Formen der Wissensvermittlung
Neben der Forschungsarbeit war die Vermittlung von sozialwissenschaftlichen Methoden und Wissen ein besonderes Anliegen des Projekts. Durch einen reflexiv-aktivierenden Ansatz schlüpften die SchülerInnen selbst in die Rolle der ForscherInnen und führten mit ihren Eltern eine Fragebogenerhebung durch. Die Forschungsergebnisse präsentierten sie in einer Lehrveranstaltung an der Universität Wien.

Das Projektteam
Projektträger: Demokratiezentrum Wien
Projektleiterin: Mag.a Getraud Diendorfer
ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Florian Oberhuber, Mag.a. Alena Pfoser, Dr.in Elisabeth Röhrlich

Kooperationspartner:
Universität Wien, Institut für Geografie und Regionalforschung
Initiative Minderheiten


Partnerschulen:
BG und BRG Gmünd (Mag. Helmut Kahler, Mag. Hans-Peter Hermann), HTBLA Wien 10 (Mag.a Irene Ecker), Schulzentrum Ungargasse / HTBLA Wien 3 (Dr. Gerhard Tanzer, Mag. Herbert Pichler)



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