Verschwörungserzählungen wirken oft wie ein gefährliches Gift für demokratische Gesellschaften. Sie sind keineswegs harmlose Meinungen oder bloße Irrtümer, sondern schaffen und verstärken ein Klima der Angst, der Ausgrenzung und des Hasses gegenüber bestimmten Gruppen. Dabei werden insbesondere Juden*Jüdinnen, People of Colour, Muslim*innen, queere Menschen, Frauen und politische Gegner*innen gezielt als Feindbilder aufgebaut und systematisch entmenschlicht. Solche menschenverachtenden Narrative begünstigen die Verbreitung von Hass und Diskriminierung und können zur Radikalisierung führen – bis hin zu Gewalt und Terror, wie zahlreiche Anschläge weltweit zeigen.
Die demokratiegefährdende Wirkung von Verschwörungserzählungen zeigt sich besonders in der Normalisierung von rechtsextremen und faschistischen Ansichten, die früher am Rand der Gesellschaft standen und heute teilweise mitten im politischen Diskurs zu finden sind. Die Vorstellung eines ständigen Kampfes zwischen „Uns“ und „Denen“ spaltet die Gesellschaft und zerstört die Grundlage für demokratischen Streit und Kompromissfähigkeit. Durch die Täter-Opfer-Umkehr und die Konstruktion eines heroischen Selbstbildes legitimieren Verschwörungsgläubige nicht selten diskriminierende und gewaltvolle Handlungen. Verschwörungserzählungen sind damit nicht nur ein Symptom gesellschaftlicher Krisen, sondern tragen aktiv dazu bei, dass Minderheitenrechte und demokratische Werte unter Druck geraten und solidarisches Zusammenleben erschwert wird.