Verschwörungserzählungen zum Klimawandel entstehen nicht zufällig. Sie werden gezielt gestreut und politisch genutzt. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über zentrale Akteur*innen.
Obwohl der Glauben an Verschwörungserzählungen in Bezug auf den Klimawandel in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen Anklang findet, geht die Verbreitung dieser Erzählungen vor allem von politisch rechten Akteur*innen weltweit aus. Bekannte Beispiel reichen von rechtskonservativen und rechtsextremen Parteien bis zu QAnon-Anhänger*innen. In den USA verzeichnet die republikanische Partei bereits eine lange Tradition von Klimawandelleugnung. Auch Donald Trump trug und trägt wesentlich zur Verbreitung entsprechender Verschwörungserzählungen bei. In Österreich macht die FPÖ Stimmung gegen Klimaschutz (z.B. Wahlprogramm für die Nationalratswahl 2024: 41). Ähnliche Positionen finden sich bei rechtskonservativen und rechtsextremen Parteien in vielen Ländern. Auch in der Europäischen Union zeigen Studien, dass vor allem konservative Abgeordnete gegen Klimaschutz stimmen, während progressive Parteien sich häufiger für Klimaschutz aussprechen (Klotz 2021). Neben politischen Parteien tragen auch religiöse Gruppen zur Verbreitung solcher Erzählungen bei, insbesondere fundamentalistisch-evangelikale Christ*innen (Meilicke/Strobel 2023). Besonders in den USA ist der Glaube verbreitet, dass nur Gott das Klima beeinflussen könne und nicht der Mensch. Deshalb lehnen viele die Klimaforschung ab oder sehen sie als Angriff auf ihren Glauben.
Einige Akteur*innen versuchen, ihren Aussagen einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, auch wenn sie Falschinformationen verbreiten. Ein Beispiel ist das deutsche Institut EIKE (Europäisches Institut für Klima & Energie e. V.). Diese Organisation arbeitet eng mit dem Heartland Institute in den USA zusammen (Meilicke/Strobel 2023). Das Heartland Institute ist ein Thinktank, der gezielt Zweifel am menschengemachten Klimawandel verbreitet. Auch Sender wie FOX News, RT Deutsch oder InfoWars spielen in dem Zusammenhang eine Rolle. Dort treten angebliche „Expert*innen“ auf, um den Eindruck zu vermitteln, es gebe unter Forschenden große Uneinigkeit über den menschengemachten Klimawandel. Auf diese Weise tragen solche Akteur*innen und Medien zur Normalisierung von Klimaverschwörungserzählungen bei, da sie Desinformation in den öffentlichen Diskurs einspeisen und sie als legitime wissenschaftliche Position erscheinen lassen.