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Ausstellungen > Migration on Tour > Stationen > 03 Migration global 

STATION 3: Geographie der Migration

Migration ist nicht nur ein altes Phänomen – über Wanderungen hat sich die Menschheit ausgebreitet –, sondern auch ein weltweites, das es immer geben wird, solange Krieg und Vertreibung, unterschiedliche Umweltbedingungen oder ungleiche Verteilung von Lebenschancen vorherrschen. Migration verändert diejenigen, die ihren Herkunftsort verlassen, die Herkunftsgesellschaften (brain drain) und die Einwanderungsgesellschaften (brain gain).

Migration ist ein globales Phänomen

GRAFIK: Herkunfts- und Zielregionen internationaler MigrantInnen, 2013


Quelle: Population Facts 2013/3; UN Department of Economic and Social Affairs


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Weltweit lebt jeder 7. Mensch an einem anderen Ort als er geboren wurde. Die meisten Migrationsbewegungen finden im regionalen Rahmen statt. Der Anteil der BinnenmigrantInnen ist sehr hoch. Nur 35 % der etwa 244 Millionen internationalen MigrantInnen weltweit wandern in den „reichen“ Norden. Insgesamt hat die Migration in die entwickelten Länder in den letzten 50 Jahren jedoch zugenommen, was mit den ungleich verteilten Chancen zusammenhängt.

Was sind die Gründe für Migration?

Es gibt viele Gründe, warum Menschen von ihrem Wohnort oder ihrem Land an einen anderen Ort wandern. Um auf Arbeitssuche zu gehen, um zu studieren oder weil sie aufgrund von Krieg und Vertreibung gezwungen sind, ihr Land oder ihre Region zu verlassen. Die Migrationstheorie geht davon aus, dass Menschen aus einem Gebiet "weggedrückt" (engl. to push = drücken) oder von einem anderen Land "angezogen" (engl: to pull = ziehen) werden.

Push-Faktoren

  • Krieg (Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen,...)
  • (Politische) Verfolgung und Diskriminierung
  • Politische Instabilität (Unsicherheit,...)
  • Demographische Probleme (Überbevölkerung, Landknappheit,...)
  • Naturkatastrophen
  • Armut, ungerechte Verteilung

Pull-Faktoren

  • Hochkonjunktur, Arbeitskräftebedarf
  • Gute Verdienstmöglichkeiten
  • Soziale Vorteile (Sicherheit, Toleranz),  Bildungsmöglichkeiten
  • Politische Vorteile (Frieden, Rechtssicherheit, günstige Einwanderungsgesetze, Akzeptanz)
  • Familiennetzwerke

(Ein)Wanderungskontinent Europa

War Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch ein Auswanderungskontinent, so ist es mittlerweile – ebenso wie Nordamerika – ein Einwanderungskontinent geworden.

 

Quelle: Europäische Kommission, EU Employment and Social Situation, Quarterly Review 2013

Die meisten MigrantInnen lebten 2015 in Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich. In diesen fünf Ländern lebten fast 76 % aller MigrantInnen in der EU.

 

Arbeitsaufgabe:
Gedankenexperiment: Stelle dir vor, jemandem würde es gelingen, weltweit jeder Person zu verbieten, ihren Geburtsort zu verlassen. Welche Auswirkungen würde das nach sich ziehen?


Literatur und Quellen
:
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.: Bericht über die menschliche Entwicklung 2009.
Barrieren überwinden: Migration und menschliche Entwicklung, Berlin 2009.
Gudrun Biffl: Wahrnehmung einer – vermeintlichen – Bedrohung durch Zuwanderung und
empirische Realität, in: Feindbild Zuwanderer? Wien 2009.
Internationale Organisation für Migration: MigFacts: International Migration. 2015.
Eurostat: Statistiken zu Wanderungen und Migrantenbevölkerung. 2017.

© Demokratiezentrum Wien

Hast du gewusst...


... dass es in Europa auch Auswanderungsländer gibt? Bulgarien, Irland, Griechenland, Spanien, Kroatien, Zypern, Polen, Portugal, Rumänien, Lettland und Litauen verzeichneten in den letzten Jahren mehr AuswanderInnen als ZuwanderInnen.

 

Links


UNHCR
(Büro Österreich)

Asylkoordination Österreich

World Migration App
(interaktive Weltkarte)

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