Migration ist ein globales Phänomen

Herkunfts- und Zielregionen internationaler Migrant*innen, 2015
© UN Department of Economic and Social Affairs: International Migration Report 2015 Highlights
Weltweit leben etwa 304 Millionen Menschen in einem anderen Land, als sie geboren wurden (fast doppelt so viele wie 1990). Die meisten Migrationsbewegungen finden im regionalen Rahmen statt (innerhalb eines Kontinents). Insgesamt hat die Migration in die reicheren Länder in den letzten 50 Jahren zugenommen, was unter anderem mit ungleichen Chancen in armen und reichen Ländern, Kriegen und der Klimakrise zusammenhängt. Die Zahlen auf der Grafik sind Schätzungen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2015.
Was sind die Gründe für Migration?
Es gibt viele Gründe, warum Menschen von ihrem Geburtsort an einen anderen Ort wandern. Wissenschaftler*innen haben verschiedene Theorien entwickelt, um zu verstehen, welche Faktoren Migration erleichtern, erschweren, wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher machen. Ein Beispiel sind Push- und Pull-Faktoren, die Menschen aus ihrem Land „wegdrücken“ (push) oder zu einem Land „hinziehen“ (pull). Dieses vereinfachende Modell kann aber die ganz persönlichen Beweggründe und Entscheidungsfindung der Migrant*innen nicht berücksichtigen.
| Push-Faktoren |
Pull-Faktoren |
Krieg (Vertereibungen, Zwangsumsiedlungen,…)
(Politische) Verfolgung und Diskriminierung
Politische Instabilität (Unsicherheit, Zensur,…)
Demografische Probleme (Überbevölkerung, Landknappheit,…)
Naturkatastrophen, Armut, ungerechte Verteilung |
Hochkonjunktur, Arbeitskräftebedarf
Gute Verdienstmöglichkeiten
Soziale Vorteile (Sicherheit)
Bildungs- und Gesundheitssystem
Politische Vorteile (Frieden, Rechtssicherheit, Demokratie)
Familiennetzwerke |