Kampf der Kulturen

Der Begriff wurde in einem 1994 erschienen Buch des Historikers Bernard Lewis ("Die islamische Welt und der Westen – Kampf der Kulturen?) erstmals bekannt. 1996 verfasste der US-amerikanische Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington das Buch "The Clash of Civilizations" (wörtlich: Der Zusammenprall von Zivilisationen), welches im Deutschen verkürzt mit "Kampf der Kulturen" übersetzt und rezipiert wurde.

Huntigton teilt die Welt in acht verschiedene Zivilisationen ein: Islam, Westen, Konfuzianismus, Japan, Lateinamerika, Hinduismus, afrikanische und orthodox-slawische Zivilisation. Die Grenzen zwischen diesen Zivilisationen sind nicht ganz eindeutig und stimmen nicht unbedingt mit politischen Grenzen überein. Insbesondere eine Konfrontation zwischen der Welt des Islams und dem Westen würde nach Huntigton die internationalen Beziehungen des 21. Jahrhunderts prägen. In der Debatte nach dem 11. September 2001 wurde die Theorie Huntingtons vermehrt aufgegriffen, als Erklärungsmodell für die Terrorattacken wird sie jedoch zumeist abgelehnt. Die aktuelle Situation wird eher als "Kampf zwischen fundamentalistischen Minderheiten und den demokratischen Kräften der ganzen Welt" (zit. Benjamin Barber) angesehen.