Entwicklung und Kodifizierung von Grund- und Menschenrechten

1689

Die englische Bill of Rights wurde am 16. Dezember 1689 vom Parlament verabschiedet.

1776

Sowohl die Virginia Declaration of Rights als auch kurz spĂ€ter die amerikanische UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung der Vereinigten Staaten wurden beide im selben Jahr unterschrieben. Diese entstanden im Zuge der amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung und proklamierten die Loslösung dreizehn britischer Kolonien in Nordamerika von Großbritannien.

1789

Französische ErklĂ€rung der Menschen- und BĂŒrgerrechte durch die Nationalversammlung, Olympe de Gouges „antwortet“ mit der ErklĂ€rung der Rechte der Frau und BĂŒrgerin.

1791

Amerikanische Bill of Rights. In zehn VerfassungszusĂ€tzen werden die Grundrechte der BĂŒrger definiert.

1811

Das österreichische Allgemeine BĂŒrgerliche Gesetzbuch anerkennt angeborene Rechte jedes Menschen.

1848/49

Der im Zuge der bĂŒrgerlichen Revolution gebildete Kremsierer Reichstag erarbeitet einen Verfassungsentwurf, in dem auch Grundrechte enthalten sind (Kremsierer Entwurf).

1864

Genfer Konvention zur Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Feld.

1867

Österreichisches Staatsgrundgesetz mit seinem bis heute gĂŒltigen Grundrechtskatalog.

1919

GrĂŒndung des Völkerbundes und der International Labour Organization (ILO). Der Friedensvertrag von St. Germain verpflichtet Österreich zum Schutz ethnischer Minderheiten.

1945

Die Charta der Vereinten Nationen (UN), der GrĂŒndungsvertrag der Vereinten Nationen, wird im Juni unterschrieben und tritt vier Monate spĂ€ter in Kraft.

1948

Die Allgemeine ErklĂ€rung der Menschenrechte wird von der UN-Generalversammlung beschlossen. FĂŒr den amerikanischen Doppelkontinent wird die American Declaration of the Rights and Duties of Man verabschiedet.

1950

Unterzeichnung der EuropÀischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und fundamentalen Freiheiten (EMRK) in Rom.

1955

Der Staatsvertrag verpflichtet Österreich zum Schutz der Menschenrechte und legt Rechte der slowenischen und kroatischen Minderheiten fest.

1957

Die Römer VertrĂ€ge legen fĂŒr die EuropĂ€ischen Gemeinschaften die vier Freiheiten (Freiheit des Waren-, Personen-, Dienstleistung- und Kapitalverkehrs) fest.

1958

Übernahme der EMRK in österreichisches Recht, ab 1964 in Verfassungsrang.

1959

Einrichtung des EuropĂ€ischen Gerichtshofs fĂŒr Menschenrechte (EGMR).

1966

Die UNO legt den Pakt ĂŒber bĂŒrgerliche und politische Rechte sowie den Pakt ĂŒber soziale, ökonomische und kulturelle Rechte zur Unterzeichnung auf.

1975

In der Helsinki-Schlussakte der Konferenz ĂŒber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) verpflichten sich die unterzeichnenden Staaten (darunter auch die Staaten des Warschauer Paktes) zur Einhaltung der Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf freie MeinungsĂ€ußerung, der Gewissens- und Religionsfreiheit.

1976

Die beiden UN-Pakte von 1966 treten in Kraft.

1978

Österreich ĂŒbernimmt beide Dokumente in nationales Recht. Die American Convention on Human Rights tritt in Kraft.

1981

Der Islamic Council verabschiedet die Universal Islamic Declaration of Human Rights.

1986

Afrikanische Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker tritt in Kraft.

1992

Im Vertrag von Maastricht definiert die EU eine UnionsbĂŒrgerschaft.

1993

Einrichtung des UN-Hochkommissariats fĂŒr Menschenrechte nach der zweiten internationalen Menschenrechtskonferenz der UNO in Wien.

1994

Arabische Charta der Menschenrechte wird von der Liga der Arabischen Staaten verabschiedet, jedoch von keinem Staat ratifiziert.

2000

Grundrechtscharta der EuropÀischen Union wird proklamiert.

2004

Die neue Version der Arabischen Charta der Menschenrechte wurde verabschiedet.

2006

Die Generalversammlung der United Nations grĂŒndet den Human Rights Council, um Verletzungen an den Menschenrechten aufzuzeigen und Empfehlungen auszusprechen.

2007

Die UN-Konvention ĂŒber die Rechte von Menschen mit Behinderungen wird erlassen.

Die StaatsoberhĂ€upter der zehn Staaten im Verband SĂŒdostasiatischer Nationen (ASEAN) unterzeichnen die ASEAN Charter, welche einen Passus ĂŒber die Menschenrechte in den LĂ€ndern enthĂ€lt.

2008

Die Arabische Charte der Menschenrechte wurde insgesamt sieben LĂ€ndern ratifiziert und trat am 15. MĂ€rz 2008 in Kraft.

Quellen

  • Bauböck, Rainer (2002): Alle Rechte fĂŒr alle. Die Geschichte der Menschenrechte. In: Dachs/Fassmann (Hg.). Politische Bildung. Grundlagen – ZugĂ€nge – Materialien. Wien: öbv & hpt.
  • British Institute of Human Rights – Vereinte Nationen – www.un.org