CPDC: Konflikt-, Frieden- und Demokratie-Cluster

Konflikt-, Friedens- und Demokratieforschung ist in Zeiten wie diesen stärker gefordert als zuvor. Viele aktuelle Entwicklungen machen deutlich, dass diese drei Arbeitsfelder vor gemeinsamen Aufgaben stehen. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen für außeruniversitäre Forschung dramatisch verändert. Als kreative Antwort auf diese neue Situation wurde mit Jahresbeginn 2011 ein aus vier Institutionen bestehender, vorerst bis 2013 befristeter Cluster geschaffen und an Österreichs einziger Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (iff) an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Wien und Graz eingerichtet. Die beteiligten Institute bleiben erhalten, eine innovative Vernetzungsstruktur soll aber permanente inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit ermöglichen.
Neben dem Demokratiezentrum Wien, das mit seinen Kompetenzen in der Demokratieforschung und Demokratieentwicklung beiträgt, sind drei Institute bzw. Organisationen am CPDC beteiligt:
Das 2005 gegründete Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik ZFF an der Alpen-Adria Uni-versität (Leiter: Univ.-Prof. Dr. Werner Wintersteiner) fokussiert auf kulturwissenschaftliche Friedensfor-schung sowie auf die Verbindung von Friedensforschung und Friedenspädagogik. Das Zentrum gibt das „Jahrbuch Friedenskultur“ und die Buchreihe „Klagenfurter Beiträge zur Friedensforschung“ (Drava Verlag) heraus. Es bietet ein Zertifikat „Friedensstudien“ (für Studierende aller Fächer) sowie eine Zusatzqualifikation „Politische Bildung“ an.
Beim bereits seit 1976 bestehenden Institut für Konfliktforschung IKF (Leiter: Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka) in Wien liegt der Schwerpunkt auf innergesellschaftlichen Konflikten. Zentrale Themen sind Demokratieforschung, Cleavages in Politik und Gesellschaft, Sicherheitsforschung sowie Historische Sozialforschung. Politische und gesellschaftliche Konflikte werden interdisziplinär bearbeitet und Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Das IKF gibt die Buchreihe „Studienreihe Konfliktforschung“ heraus.
Das ÖSFK – Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Leiterin: Mag.a Evelyn Mess-ner) mit Sitz in Stadtschlaining setzt seit 1982 den Schwerpunkt in den Bereichen Friedenssicherung, Kon-fliktbearbeitung und Konfliktlösung und publiziert aktuelle Themen sowie Ergebnisse der jährlich stattfin-den Konferenzen im „DIALOG – Beiträge zur Friedensforschung“. Durchgeführt werden auch Trainings für zivile Kriseneinsätze. Die Friedenspädagogik, u.a. mit den „Friedenswochen“, ist ein von der UNESCO prä-miertes Gewaltpräventionsprojekt für Schulen. Das ÖSFK hat 1987 den UN-„Peace Messenger“-Status erhalten und 1995 gemeinsam mit der EPU den UNESCO-Price for Peace Education.
Im ersten Jahr des Konflikt-, Friedens- und Demokratieclusters CPDC wurden bereits einige gemeinsame Projekte in den Bereichen Forschung und Lehre entwickelt. So arbeiten derzeit alle vier Einrichtungen an einem Handbuch zum state of the art der CPD-Forschung, das die drei Forschungsfelder systematisch darstellen und im Herbst 2013 erscheinen soll. Weitere Aktivitäten sind etwa der Universitätslehrgang „Global Citizenship Education“ und eine wissenschaftliche Aufarbeitung der österreichischen Friedensbewegung im Rahmen eines Forschungsprojekts. Es wurde eine gemeinsame Expertise zur neuen österreichischen Sicherheitsdoktrin erarbeitet und allen Parlamentsparteien sowie den Medien übermittelt. Ein friedenspädagogisches Forschungsprojekt wurde begonnen.
Die Zusammenarbeit der vier Einrichtungen im Rahmen des CPDC bringt Synergieeffekte, mit denen Vorhaben realisiert werden können, deren Durchführung einem Partner alleine nicht möglich wäre. Der Cluster ist auf einem guten Weg.

