Identitätsfigur

Identität und Identitätsbausteine, Eigen- und Fremdwahrnehmung

Funktion

→ Einführung
→ eigene Erfahrung bzw. Position / Vorwissen

Ablauf

Diese Methode eignet sich, um mit den Schüler*innen das Thema Identität und Eigen- und Fremdwahrnehmung einzuleiten. Dies lässt sich in das übergeordnete Thema Diversität einordnen.

Mit dem Diversitätsrad nach Gardenswartz und Rowe kann die Lehrperson darstellen, welche Identitätsbausteine ein Mensch haben kann.

Die Schüler*innen zeichnen eine Silhouette und machen sich über folgende Fragen Gedanken:

  • Welche Eigenschaften sind Teil der eigenen Identität?
  • Wie sehe ich mich selbst?
  • Welche meiner Eigenschaften sind besonders wichtig für mich, welche weniger?

Nun zeichnen sie jene Identitätsbausteine in die Silhouette ein. Dabei entscheiden die Schüler*innen frei, wo und mit welcher Farbe sie die Bausteine/Eigenschaften einfügen möchten. So könnte eine Person das Hobby Fußball bei den Füßen einzeichnen, eine andere Person hingegen beim Herz (da sie damit eine Leidenschaft verbindet) oder gar beim Kopf (strategisches Denken). Die Größe des eingezeichneten Bausteins soll die Relevanz für die eigene Identität wiederspiegeln. Es handelt sich hierbei also um eine äußerst selbstreflexive Übung.

Der weitere Themenverlauf kann durch einen Vergleich der ausgefüllten Silhouetten bestimmt werden. Setzt sich die Klasse z.B. aus Schüler*innen verschiedener Nationalität oder Familiengeschichten zusammen, kann es interessant sein, zu vergleichen, wer die Nationalität als wichtigen Identitätsbaustein sieht und wo dieser eingezeichnet wurde. Die Identitätsfiguren müssen allerdings nicht vor allen gezeigt und diskutiert werden, sondern kann als ganz persönliche Übung zum Einstieg in ein Thema durchgeführt werden.

Sollen die Schüler*innen ihre Figur vor der Klasse zeigen, so sollte dies bereits vor der Übung kommuniziert werden. Da es sich um eine sehr persönliche und intime Reflexion handeln kann, sollte auch niemand dazu gezwungen werden. Jegliche Präsentation muss bei dieser Methode auf Freiwilligkeit ohne Druck beruhen.

Erweiterung

Um auf die Themen Eigen- und Fremdwahrnehmung einzugehen, kann dieselbe Übung nochmals durchgeführt werden – doch diesmal füllen die Schüler*innen die Figur danach aus, wie sie denken, dass andere sie wahrnehmen. Welche Identitätszuschreibungen erfolgen von außen? Welches Merkmal, welche Eigenschaft fällt anderen besonders auf?

Die beiden Silhouetten werden dann miteinander verglichen. Weichen die beiden Figuren stark voneinander ab? Warum könnte das so sein? Wie fühle ich mich damit? Was wünsche ich mir von anderen, wie sollen sie mir begegnen?

Diese Erweiterung der Übung lässt sich gut in das übergeordnete Thema Vorurteile eingliedern. Auch hierbei ist höchste Sensibilität gefragt. Ferner ist es ratsam, diese Übungen mit Klassen durchzuführen, die man bereits gut einschätzen kann.