Global Warming Conspiracy Theory

Die Global Warming Conspiracy Theory ist eine Verschwörungserzählung, die den wissenschaftlichen Konsens zur menschengemachten Erderwärmung (global warming) bestreitet. Anhänger*innen glauben, dass Klimaforscher*innen, politische Entscheidungsträger*innen oder internationale Organisationen absichtlich falsche Daten verbreiten und die Klimakatastrophe inszenieren, um politische Kontrolle auszuweiten, neue Steuern einzuführen oder wirtschaftliche Interessen bestimmter Eliten zu fördern (Uscinski et al. 2017).

Solche Erzählungen untergraben nicht nur den wissenschaftlichen Konsens zur Klimakrise, sondern relativieren auch deren reale Auswirkungen, insbesondere auf ohnehin marginalisierte Bevölkerungsgruppen im globalen Süden. Häufig werden sie von wirtschaftlich einflussreichen Akteur*innen gestützt, die von einem auf fossilen Energien beruhenden Wirtschaftssystem profitieren. Die Erzählung richtet sich damit oft gegen klimapolitische Maßnahmen, die strukturelle Veränderungen und eine gerechtere Ressourcenverteilung fordern. Durch die Verlagerung von Verantwortung auf eine angeblich manipulative „Klima-Lobby“ wird vom zerstörerischen Einfluss unregulierter Wirtschaftsinteressen abgelenkt. Nähere Informationen zu Verschwörungserzählungen rund um den Klimawandel gibt es im Themenmodul „Klimaveränderungen gab’s doch immer schon?“ Verschwörungserzählungen und Klimawandel.

Quelle: Uscinski, Joseph E./Douglas, Karen/Lewandowsky, Stephan (2017): Climate Change Conspiracy Theories. In: Oxford Encyclopedia of Climate Change Communication. https://doi.org/10.1093/acrefore/9780190228620.013.328 (Stand 24.11.2025)