Neue Rechte

Die Neue Rechte umfasst ein großes Spektrum rechtsextremer Bewegungen, die seit den 1960er Jahren aktiv sind. Sie distanzieren sich teilweise von nationalsozialistischem Gedankengut und der alten Rechten, vertreten jedoch ähnliche nationalistische, rassistische, sexistische und verschwörungsideologische Inhalte. Die Neue Rechte nutzt soziale Medien zur Verbreitung ihrer Ideologie, oft getarnt als Diskurs über Heimat, Tradition oder Meinungsfreiheit. Dabei inszeniert sie sich bewusst als intellektuell und modern, um besonders junge Zielgruppen anzusprechen.

Zentral ist dabei der Glaube an die Verschwörungserzählung des großen Austauschs bzw. die Great Replacement Theory. Diese Verschwörungserzählung wird beispielsweise auch von der österreichischen Identitären Bewegung verbreitet. Grundlegend ist die wissenschaftlich längst widerlegte Idee, dass sich Nationalstaaten aus einheitlichen Völkern mit klar abgrenzbaren Kulturen zusammensetzen würden, die nicht durch Zusammenleben oder Fortpflanzung vermischt werden sollten. Hier wird auch die Nähe zu eugenischen Vorstellungen der Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen deutlich (vgl. Schellhöh 2018). Eugenik beschreibt dabei eine pseudowissenschaftliche Disziplin, die die Zeugungs- und Geburtenverhinderung sowie Tötung von Menschen vorsieht, die als „minderwertig“ bezeichnet wurden (vgl. Westermann et al. 2009).

 

Quellen: Schellhöh, Jennifer (2018): Abgrenzung an allen Fronten. Die Neue Rechte und ihre ethnopluralistische Erzählung. In: Großerzählungen des Extremen, S. 15–20; Westermann, Stefanie/Kühl, Richard/Gross, Dominik (2009): Medizin im Dienst der „Erbgesundheit“. Beiträge zur Geschichte der Eugenik und „Rassenhygiene“. Münster: LIT Verlag.