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Unterrichtssequenz 1 – Einstieg

"Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche"

Methodisch-didaktische Hinweise:
In der ersten Unterrichtssequenz sollen die SchülerInnen mit einer der wichtigsten Forderungen und Absichtserklärungen in der Politik in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren konfrontiert werden: der "Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche". Die SchülerInnen sollen sich ausgehend von diesem Zitat – auch mit Bezug auf das eigene Umfeld – überlegen, welche Lebensbereiche hier angesprochen sein könnten bzw. in welchen Lebensbereichen Demokratie wichtig ist. Danach soll mit ihnen in einer zweiten Unterrichtssequenz erarbeitet werden, was sich (besonders in Hinblick auf eine Demokratisierung) in den 1960er und 1970er Jahren veränderte.

Die Auseinandersetzung mit dem Zitat der "Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche" soll in der Klasse in Form einer offenen Diskussion erfolgen. Die LehrerInnen notieren das Zitat auf der Tafel (oder einer Flipchart) und fragen die SchülerInnen nach ihren Assoziationen, die ebenfalls auf der Tafel (oder der Flipchart) notiert werden. Wichtig ist es, dass Familie und Geschlechterverhältnis genannt werden, da diese Bereiche in den folgenden Unterrichtsbeispielen erörtert werden. Falls die SchülerInnen nicht von selbst auf diese Bereiche stoßen, soll dies von den LehrerInnen eingebracht werden.

Zitat: "Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche"
Eine politische Forderung, die – v.a. auch ausgehend von der StudentInnenbewegung – eine wichtige Rolle im öffentlichen Diskurs der späten 1960er und 1970er Jahre spielte, war jene der "Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche". Nicht nur in Österreich, sondern in vielen anderen Staaten wurde eine umfassende Demokratisierung gefordert, die auch von der Politik aufgegriffen wurde. In der BRD sprach der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt von "Mehr Demokratie wagen", in Österreich prägte der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky den Begriff der "Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche" bzw. jenen der "Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie", wobei in beiden Fällen soziale Aspekte (Chancengleichheit) und ein Ausbau von Mitbestimmungsmöglichkeiten ein wichtiger Bestandteil des "Demokratisierungsbegriffs" waren.

Arbeitsaufgaben für die SchülerInnen:

  • Überlegt euch, in welchen Lebensbereichen es Demokratie geben kann und wo – auch bezogen auf die eigene Lebenssituation (Familie, Schule) – Demokratie wichtig ist.
  • Die Rückmeldungen der SchülerInnen werden auf der Tafel oder Flipchart notiert

 

Weiter im Lernmodul:

→ Politische und gesellschaftliche Veränderungen in den 1960er und 1970er Jahren – Demokratisierung (Chancengleichheit und Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten)
Frauenbewegung – Schwangerschaftsabbruch – Entscheidungsfreiheit
→ Familienrechtsreform – Gleichstellung der Geschlechter im Familienrecht
→ Demokratisierung als Prozess

© Demokratiezentrum Wien

Kompetenzorientierte Politische Bildung

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