Lebensmittelkarte

Da – wie auch im Ersten Weltkrieg – die Versorgung mit Lebensmitteln im Laufe des Zweiten Weltkriegs immer knapper wurde, wurde die Verteilung der vorhandenen Lebensmittel streng überwacht und mittels Lebensmittelkarten organisiert. Dieses System wurde aufgrund der anhaltenden Mangelsituation auch nach 1945 beibehalten. 1945 sahen die vorgesehenen Rationen für die Wiener*innen beispielsweise folgendermaßen aus: Normalverbraucher*innen 833 Kalorien, Angestellte 970 Kalorien, Arbeiter*innen 1315 Kalorien, Schwerarbeiter*innen 1.620. Die durchschnittliche Kalorienversorgung betrug Mitte 1946 – Wien galt zu diesem Zeitpunkt als die „hungrigste Großstadt Europas“ – 980 Kilokalorien. Ende 1946 wurde das Kartensystem in ganz Österreich nach dem Wiener Modell und seiner Einteilung in Verbrauchergruppen (Arbeiter*innen, Angestellte etc.) vereinheitlicht, wobei die Zusammensetzung jedoch örtlich stark differieren konnte. Im November 1947 waren für die tägliche Normalverbraucher*innenration 1.700 Kalorien vorgesehen. Ab 1948 wurde die Lebensmittelbewirtschaftung sukzessive abgebaut. 1950/51 war das erste Nachkriegsjahr mit annähernd freier Konsumwahl; ab 1. Juli 1953 gab es keine Lebensmittelkarten mehr.