Grüne, die

Im Zuge der stärkeren Betonung von Umweltthemen und dem Entstehen der Ökologiebewegung in den 1970er Jahren wurde 1982 die „Alternativen Liste Österreichs“ (ALO) gegründet. Ebenfalls 1982 erfolgte die Gründung der Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) als Zusammenschluss verschiedener Umweltgruppen („Die Grünen“, „Das grüne Forum“, „Österreichische Liga für Umweltschutz“ und „Arbeitsgemeinschaft österreichischer Bürgerinitiativen“). Beide Parteien schafften bei der Nationalratswahl 1983 den Einzug ins Parlament nicht. 1986 wurde in einem Grundsatzvertrag die Gründung einer neuen Partei für die vereinte Kandidatur und Zusammenarbeit, „Die Grüne Alternative/Liste Freda Meissner-Blau (Grüne)“, beschlossen, die erstmals den Einzug in den Nationalrat schaffte. Dieser Zusammenschluss stellte jedoch nur eine partielle Einigung der Grün-Gruppierungen dar. Mit „Die Grünalternativen – Demokratische Liste (GAL)“ kandidierte um Andrea Komlosy bei den Wahlen 1986 eine zweite Grünpartei, die den Einzug in den Nationalrat jedoch nicht schaffte. Seit einer Statutenänderung 1993 lautet der Name der um Freda Meissner-Blau hervorgegangen Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative (Grüne)“. Die Grünen stellen umwelt-, demokratie-, frauen- , menschenrechts- und sozialpolitische Anliegen in den Vordergrund und haben (besonders in den 1980er Jahren) zu einer stärkeren Kontrolle der österreichischen Politik beigetragen (Aufdeckung von Skandalen, Einsetzung von Untersuchungsausschüssen). Frühere basisdemokratische Ansätze (Rotationsprinzip) und der spontane Politikstil wurden kontinuierlich zu Gunsten einer professionelleren Organisation verändert. Oberstes Entscheidungs- und willensbildendes Gremium ist der Bundeskongress, der mindestens einmal jährlich tagt. Der erweiterte Bundesvorstand als zweithöchstes Organ tagt mindestens zweimal jährlich und ist für die Koordination bundesweiter Aktionen und die Bewertung der Arbeit des Bundesvorstandes zuständig. Der Bundesvorstand, zuständig für laufende Geschäfte, setzt sich aus der*dem Sprecher*in des Vorstandes, der*dem Bundesgeschäftsführer*in, der*dem Finanzreferent*in, vom Bundeskongress gewählten Mitgliedern sowie Vertreter*innen der Grünen Bildungswerkstatt und des Parlamentsklubs zusammen. Der Bundestag ist zuständig für strategische Konzepte und die Erarbeitung inhaltlicher Parteischwerpunkte. Eine bedeutende Rolle kommt dem*der Sprecher*in des Bundesvorstandes zu, der*die faktisch Parteivorsitzende*r ist. Was die Vergabe von Funktionen zwischen Frauen und Männern betrifft, haben die Grünen bereits in den ersten Parteistatuten 1987 eine Parität von Frauen und Männern in allen Parteigremien auf Bundesebene sowie für die Kandidat*innenlisten für Nationalratswahlen festgelegt.

Mit der Wahl von Alexander van der Bellen wurde 2016 erstmals ein ehemaliger Grüner als unabhängiger Kandidat zum Bundespräsidenten Österreichs gewählt. 2017 schaffte es die Partei erstmals seit 1986 nicht in den Nationalrat einzuziehen. 2019 gelingt der Wiedereinzug, seit dem stellen die Grünen in einer Koalition mit der ÖVP die Bundesregierung.

Quellen: https://archiv.gbw.at/artikelansicht/beitrag/gruene-chronik-1986-2016/; https://archiv.gbw.at/artikelansicht/beitrag/die-gruene-alternative-woher-sie-kommt/; https://gruene.at/ (Stand 21.03.2022)