World Jewish Congress (WJC)

Der WJC wurde – nach mehreren Vorläuferkonferenzen ab 1919 – als internationale Dachorganisation jüdischer Gemeinden und Organisationen 1936 in Genf von Rabbi Dr. Stephen Wise (Präsident des WJC von 1936-1949) und Dr. Nahum Goldmann (Präsident des WJC von 1949-1977) gegründet. Während des Nationalsozialismus konzentrierte sich der WJC auf die finanzielle und organisatorische Unterstützung der jüdischen Bevölkerung in Europa. Er organisierte die Emigration europäischer Juden und Jüdinnen und Aufbauprogramme, vertrat die Interessen der jüdischen Überlebenden bei Friedensverhandlungen und setzte sich für die Verfolgung von NS-Kriegsverbrechern ein. Unter Goldmann spielte der WJC eine entscheidende Rolle in der Vorbereitung von Reparations- und Rückstellungsverhandlungen mit der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er Jahren. In den 1990er Jahren setzte sich der WJC in verschiedenen europäischen Ländern für die Rückstellung entzogenen jüdischen Vermögens ein, inzwischen wurden mehr als 20 Kommissionen zur Erforschung des Umgangs mit jüdischem Vermögen während der NS-Zeit von verschiedenen Regierungen eingesetzt. Dem WJC gehören heute mehr als 100 Vereinigungen jüdischer Gemeinden und Organisationen an, darunter World Zionist Organization, Jewish Agency, American Jewish Joint Distribution Committee, B’nai B’rith und Organisationen der Überlebenden des Holocaust. Sitz des WJC ist New York.