Vermögensverkehrsstelle (VVST)

Die VVST wurde am 18. Mai 1938 im österreichischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft gegründet. Ihr oblagen die Kontrolle und die Gesamtorganisation der Zwangsenteignungen. Sie war neben der Bestellung von TreuhänderInnen, KommissarInnen und AbwicklerInnen für Unternehmen für die Koordination der gesamtwirtschaftlichen Planung zuständig. Sie kontrollierte Kaufverträge, setzte den Kaufpreis für zur Arisierung bestimmte Unternehmen fest und verordnete die Liquidierung von Betrieben. Die VVST kooperierte mit Referaten des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, mit NS-Wirtschaftsstellen der gewerblichen Wirtschaft, mit gewerblichen Fachverbänden und der NSDAP. Nachdem ein Großteil der jüdischen Unternehmen bereits „arisiert“ oder aufgelöst worden war, wurde die VVST 1939 zur „Abwicklerstelle“ für die Auflösung der restlichen Betriebe im Handels- und Gewerbebereich. Als „Referat III Entjudung“ der Reichsstatthalterei Wien bestand die VVST bis Kriegsende weiter.