Shopping Mall

Als Schöpfer der Shopping Mall kann der selbst in seiner Heimat Österreich wenig bekannte Architekt Victor Gruen gelten, der nach seiner Emigration in die USA dort die Architektur von Großkaufhäusern und die Entwicklung amerikanischer Vorstädte revolutionierte. Das Konzept der Shopping Malls war es, „einen fußgängerfreundlichen, verdichteten, urbanen Raum mit einer Vielfalt unterschiedlichster Raumqualitäten, der neben Shopping auch andere kulturelle und soziale Bedürfnisse befriedigen würde“, zu schaffen. Gruen, als einer der wenigen Heimkehrer, setzte sich beispielsweise auch für die Errichtung einer Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt ein.
Wien war in den 50er Jahren noch geprägt von vielen Geschäftsstraßen. Die Geschäfte, die sich auf der Maria Hilfer-Straße, der Taborstraße oder der Lerchenfelder-Straße aneinander reihten, wurden jedoch durch die Entwicklung zu Einkaufszentren in den Außenbezirken oder am Stadtrand verdrängt. Nur einige wenige Einkaufsstraßen, darunter die Kärntner-Straße, die vom Städtetourismus profitiert, sowie die Maria Hilfer-Straße (durch die Anbindung an die U3) konnten dem Konkurrenzdruck standhalten. Die hohen Mieten begünstigen hier allerdings großkonzernale Anbieter und diese wiederum unterliegen dem Trend zur Vereinheitlichung (Virgin Megastore, H & M, C & A, Street One oder New Yorker) sowie zu exklusiverem Warenangebot (Haas-Haus, Kärntner Ring Hof). Neue und im Sinne von Konsumtempeln entworfene Einkaufswelten entstanden auch in anderen Bezirken, wie das Generali-Center (6.Bez.), die Lugner-City (15. Bez.) oder die Galleria (3. Bez.).
Quellen:
Peter Eigner/Andreas Resch : Wirtschaft und Stadt, Entwicklungsprozesse in Wien seit 1945, Wien 1999.
Stand: 04/2013