Shanghai (Shanghai-Flüchtlinge)

Shanghai war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein chinesischer Hafen mit mehr als vier Mio. EinwohnerInnen. Die internationalen Niederlassungen Shanghais wurden von elf Ländern, darunter die USA, Großbritannien und Japan, verwaltet. Nach dem Novemberpogrom 1938 bot Shanghai zahlreichen europäischen Juden und Jüdinnen aus Deutschland, Österreich und Polen Zuflucht. Shanghai war weltweit der einzige Ort, an den man ohne Visum oder offizielle Dokumente gelangen konnte. Mit Hilfe zweier bereits bestehender jüdischer Gemeinden in Shanghai und des amerikanisch-jüdischen „Joint Distribution Committee“ wurden zwei große Flüchtlingslager für 3.000 Personen errichtet. Nach anfänglicher Integration und auch der wirtschaftlichen Etablierung verschlechterten sich mit dem Krieg im Pazifik auch die Lebensbedingungen der Flüchtlinge, zumal die amerikanische Regierung private Unterstützungen und Zuschüsse durch den „Joint“ verbot. Im Februar 1943 wurde von den Japanern ein Lager nach nationalsozialistischem Vorbild, der so genannte „Sperrbezirk“, errichtet. Nach dem Krieg ging die Hälfte der in Shanghai lebenden Flüchtlinge nach Israel. Nach Wien kehrten am 12.4.1949 269 ehemalige Flüchtlinge zurück.