News-Gruppe

Die Anfang der 1990er Jahre erfolgte Neugründung der Verlagsgruppe News durch die Brüder Wolfgang und Helmuth Fellner führte zu nachhaltigen Veränderungen auf dem österreichischen Medienmarkt. 1992 erschien erstmals die Nachrichtenillustrierte „News“, die von KritikerInnen als „Fernsehen zum Umblättern“ bezeichnet wurde (anfangs 50%, später 25%-Beteilgiung des deutschen Springer-Konzerns, 1998 vollständiger Rückzug und Einstieg der deutschen Gruner- und Jahr-Gruppe mit 75% an der Verlagsgruppe News). 1995 folgte die TV-Programmzeitschrift „tv-media“, 1998 wurde in Konkurrenz zum „profil“ erstmals das Wochenmagazin „format“ herausgebracht, 2000 folgte der Titel „e-media“ und 2001 das Frauenmagazin „Woman“ – allesamt Medien, die eine neue journalistische Kultur des Infotainments forcieren. In medienpolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht kam es 2000 zu einer höchst umstrittenen Kooperation zwischen der News-Gruppe (u.a. mit dem Wochenmagazin „Format“) und dem „profil“, an dem die marktbeherrschende Mediaprint beteiligt ist. Konkret hält seit diesem Zeitpunkt die Zeitschriften Verlagsbeteiligungs-AG (ZVB) des Kurier-Konzerns, die zur Mediaprint zählt, 30% der News-Gruppe. Bezeichnend für den österreichischen Medienmarkt ist, dass der Zusammenschluss – wie vor der Gründung der Mediaprint – vor einer geplanten Verschärfung des Kartellrechts erfolgt ist. Der damit erfolgte Zusammenschluss wurde vom Kartellgericht nur unter der Auflage einer Bestandsgarantie für das Magazin „profil“ bis 2006 genehmigt, die Auswirkungen auf die Einschränkungen der Meinungsvielfalt und den Wettbewerb müssen jedoch als demokratiepolitisch äußerst bedenklich eingeschätzt werden.

(Quelle: Steinmaurer, Thomas, Konzentriert und verflochten. Österreichs Mediensystem im Überblick (= Beiträge zur Medien- und Kommunikationsgesellschaft, Band 10), Studien Verlag, Innsbruck/Wien/München/Bozen, 2002)