Macondo

Der Begriff „Macondo“ stammt aus dem Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel Garcia Marquez. „Macondo“ ist hier über Generationen der Schauplatz drastischer und geheimnisvoller Ereignisse im Leben der Familie Buendia. Von der Familie irgenwo im Urwald gegründet, wo keine Straße hinführt, ist „Macondo“ ebenso typisch karibisch wie einzigartig. Es ist ein Ort voller Phantasie, tropischer Fülle und seltsamer Geschehnisse, wo Absurdes und Verrücktes blühen und Komisches neben Trauer und Elend steht.

In Wien bezeichnet „Macondo“ eine ungewöhnliche Siedlung am Stadtrand jenseits der Simmeringer Haide zwischen Entsorgungsbetrieben, Autobahnbrücke und Schrebergärten, wo heute mehr als 1.500 Menschen – vorwiegend (ehemalige) Flüchtlinge aus Ungarn, Chile, Vietnam oder anderen Teilen Europas, Asiens oder Afrikas leben. Entstanden ist durch die Pluralität der verschiedenen Herkunftsländer ein ungewöhnliches, bunt gemischtes „Dorf“, dem die Flüchtlinge aus Chile den Namen „Macondo“ gegeben haben. Eigentümer des weitläufigen Areals in Kaiserebersdorf ist das österreichische Innenministerium, betreut werden Gebäude und Infrastruktur vom Fonds zur Integration von Flüchtlingen, der ebenfalls dem Innenministerium untersteht.