Lex Kokoschka

1973 wurde durch eine Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes die Aufgabe der neuen Staatsbürgerschaft für den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft abgeschafft. Voran ging der Novelle eine umfangreiche Korrespondenz zwischen dem Künstler Oskar Kokoschka und dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky, die deutlich machte, dass viele EmigrantInnen nicht zur Aufgabe ihrer neuen Staatsbürgerschaft bereit waren und keinen Antrag für etwas, in diesem Fall die österreichische Staatsbürgerschaft, stellen wollen, was ihnen entzogen worden war. Diesen Wunsch berücksichtigte die Staatsbürgerschaftsgesetznovelle 1973; gleichzeitig wurde nun aber eine Wohnsitzbegründung in Österreich für den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft erforderlich, die für viele EmigrantInnen eine kaum zu erfüllende Bedingung darstellte. Kreisky ermöglichte Kokoschka eine Wohnsitzbegründung unter seiner Privatadresse; für viele andere war eine solche Lösung aber nicht möglich.