Jewish Claims Conference

„Conference on Jewish Material Claims against Germany“. 1951 im Zusammenhang mit den „Wiedergutmachungsverhandlungen“ zwischen dem deutschen Bundeskanzler Adenauer und führenden jüdischen Organisationen in New York gegründete Organisation zur Vertretung der jüdischen Ansprüche auf Restitution und Entschädigung bzw. Opferfürsorge. Die Jewish Claims Conference entwickelte sich jedoch bald über ihre Ursprungsaufgabe hinaus, sprach für die ermordeten und verschollenen Opfer, forderte „arisierte“ Güter zurück, verwaltete sie treuhändisch, versorgte notleidende Opfer und sorgte für die Wiederherstellung der zerstörten jüdischen Kultur- und Erziehungs-Institutionen sowie für die Unterstützung von Holocaust-Forschung und -Erziehung (unter anderem Yad Vashem). Die Jewish Claims Conference ist international tätig (nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ verstärkt auch in Osteuropa) und war in den 1990er-Jahren maßgeblich an den Vergleichsverhandlungen zwischen deutschen und österreichischen Unternehmen bzw. Banken im Zusammenhang mit Sammelklagen in den USA tätig. Zudem wurde die Claims Conference durch die beteiligten Regierungen beauftragt, die ausgehandelten Summen an jüdische Berechtigte zu verteilen. Erster Leiter der Jewish Claims Conference war Nahum Goldmann; ein wichtiger langjähriger Vertreter Saul Kagan.