Eurosur

Im Oktober 2013 wurde ein neues Überwachungssystem mit dem Namen Eurosur geschaffen (= European border surveillance system / Europäisches Grenzüberwachungssystem). Mit diesem System soll illegale Einwanderung nach Europa besser überwacht (und wenn möglich verhindert) werden. Dazu werden Drohnen (ferngesteuerte Flugkörper), Aufklärungsgeräte, Offshore-Sensoren und Satellitensuchsysteme eingesetzt. Das System wird von den Mitgliedsstaaten des Schengenraums, Bulgarien, Rumänien und Kroatien angewendet. Dieses Programm soll vor allem dem Informationsaustausch zwischen nationalen Grenzschutzbehörden undFrontex (der European Border and Coast Guard Agency) dienen, um Schlepperrouten möglichst früh zu erkennen und darauf reagieren zu können. Das offizielle Mandat der Kooperation nennt drei wichtige Ziele: Reduzierung der illegalen Einwanderung in die EU; Reduzierung der Todesopfer unter den Flüchtlingen durch verstärkte Rettung von in Seenot geratenen Menschen; Erhöhung der inneren Sicherheit der EU durch die verstärkte Bekämpfung von grenzüberschreitender organisierter Kriminalität.

Eurosur ist dabei als dezentrales Informationsaustausch-Netzwerk gedacht, auf das alle nationalen Grenzschutzbehörden sowie Frontex Zugriff haben. Das Netzwerk soll in drei Phasen aufgebaut werden. Die drei Phasen bestehen in der Optimierung der Grenzschutzmechanismen auf nationaler Ebene, Stärkung des EU-weiten und koordinierten Grenzschutzes durch technische Aufrüstung und dem Aufbau eines gemeinsamen Netzwerks des Informationsaustauschs für alle nationalen Grenzschutzbehörden. Letztlich soll Eurosur also zu einem integrierten, einheitlichen EU-Grenzmanagement-System führen.