Dschihad

Der Begriff Dschihad (häufig auch: Jihad) ist seit den Anschlägen des 11. September 2011 in den USA in aller Munde und wird meist mit "Heiliger Krieg" im Islam übersetzt. Dies ist jedoch eine sehr zugespitzte und verkürzte Übersetzung oder Erklärung des Begriffs.

Tatsächlich bedeutet Dschihad im Arabischen "Anstrengung" oder "Bemühen" und meint die Anstrengung des einzelnen Gläubigen, den Glauben an Allah im täglichen Leben umzusetzen (nach innen gerichtete Komponente, auch großer Dschichad genannt) und diesen Glauben sowie die Botschaft des Korans zu verbreiten (nach außen gerichtete Komponente, auch kleiner Dschihad genannt). Dabei bleibt offen, ob die Verbreitung des Glaubens mit friedlichen oder kriegerischen Mitteln erfolgen soll. Zu Lebzeiten des Propheten Mohammed wurden beide Formen praktiziert: friedliche Missionierung und kriegerische Eroberung.

Seit dem 11. September 2001 überwiegt in der öffentlichen Darstellung westlicher Medien die Interpretation von Dschihad als "Heiliger Krieg", der gegen alle Ungläubigen (also alle nicht-Muslime) geführt werden müsse. Auch durch islamistische Führer oder Organisationen wird der Begriff verwendet, um den ausgeübten Terror religiös zu legtimieren bzw. um neue Kämpfer zu rekrutieren.

Quelle:
http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/Jihad_im_Islam_Schirrmacher.pdf, 14.3.2013