Butterberge und Milchseen

Nachdem in den 1950er Jahren in den landwirtschaftlichen Betrieben eine Unterproduktion herrschte, wurde ein Subventionspaket ins Leben gerufen, wobei der Interventionspreis der wohl wichtigste Punkt dieser Politik war. Der Staat soll den Erzeugern somit einen Mindestpreis für ihre Erzeugnisse, wie z.B. Getreide und Milch, bieten. Dadurch stieg die Produktion von Milch und Milcherzeugnissen wie Butter sprunghaft an, wodurch es dazu kam, dass mehr produziert wurde als gebraucht wurde. Die Überschussmengen wurden von der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aufgekauft und gelagert. Diese riesigen Lagerbestände wurden oft als „Milchseen“ und „Butterberge“ bezeichnet.
1984 wurde von der EG schließlich die sogenannte Milchquotenregelung eingeführt, welche die Überproduktion eindämmen sollte. Die Quote errechnete sich aus der Milchanlieferungsmenge des Milchwirtschaftsjahres 1983. Wurde mehr Milch produziert, wurde der jeweilige Betrieb mit Superabgaben sanktioniert. Im April 2015 wurde die Milchquote in der EU wieder aufgehoben.