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Arbeitslosengeld

Um Arbeitslosengeld beziehen zu können, muss man der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen (insbesondere arbeitsfähig, arbeitswillig und arbeitslos) sein, die Anwartschaft erfüllen und die Bezugsdauer nicht erschöpft haben. Die Anwartschaft ist dann erfüllt, wenn innerhalb der letzten 24 Monate (= Rahmenfrist) vor der Geltendmachung des Arbeitslosengeldes insgesamt 52 Wochen an arbeitslosenversicherungspflichtiger Beschäftigung nachgewiesen werden können. Wurde bereits einmal Arbeitslosengeld oder Karenzurlaubsgeld bezogen, ist die Anwartschaft bereits erfüllt, wenn innerhalb der letzten zwölf Monate vor Geltendmachung des Anspruchs (= Rahmenfrist) insgesamt 28 Wochen an arbeitlosenversicherungspflichtiger Beschäftigung nachgewiesen werden können. Um im Einzelfall soziale Härten zu vermeiden, können unter gewissen Voraussetzungen bestimmte Zeiten einer Beschäftigung gleichgestellt werden und die Rahmenfrist von 24 bzw. zwölf Monaten um max. drei Jahre verlängert werden. Arbeitszeiten, für die bereits einmal Arbeitslosengeld oder Karenzurlaubsgeld bezogen wurde, werden zur Beurteilung der Anwartschaft nicht mehr herangezogen. Jugendliche Arbeitslose, die das Arbeitslosengeld vor Vollendung des 25. Lebensjahres beantragen, erfüllen die Anwartschaft bei erstmaliger Beanspruchung des Arbeitslosengeldes, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate vor der Beantragung insgesamt 26 Wochen Beschäftigungszeit nachweisen können (sofern sie vom Arbeitsmarktservice nicht vermittelt werden können). Die Mindestdauer erhöht sich auf 30 Wochen, wenn in den letzten fünf Jahren vor der Geltendmachung des Anspruchs eine arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung in der Dauer von 156 Wochen nachgewiesen wird. Auf 39 Wochen erhöht sich die Bezugsdauer dann, wenn in den letzten zehn Jahren vor der Geltendmachung des Anspruches eine arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung im Ausmaß von 312 Wochen nachgewiesen wird und die/der Arbeitslose bei der Geltendmachung das 40. Lebensjahr vollendet hat. Bei Vollendung des 50. Lebensjahres und einer Beschäftigungsdauer von 468 Wochen innerhalb der letzten 15 Jahre vor der Geltendmachung des Anspruches kann Arbeitslosengeld für 52 Wochen bezogen werden. Ein Auslandsaufenthalt, sofern dieser nicht zur Arbeitssuche genutzt wird oder aus zwingenden familiären Gründen erfolgt (z.B. im Todesfall einer/eines Angehörigen), führt zu einer Unterbrechung des Leistungsbezugs. Das Arbeitslosengeld besteht aus einem Grundbetrag und den Familienzuschlägen, wobei sich der Grundbetrag nach der beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorliegenden Jahresbeitragsgrundlagen richtet. Die Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs werden in der Pensionsversicherung als Ersatzzeiten gewertet. Nach Ende des Arbeitslosengeldbezugs kann die Notstandshilfe beantragt werden.

 

Siehe auch: Arbeitslos

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