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Märztage - Schicksalstage Österreichs

Austria Wochenschau 10/63, Beitrag 1
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Märztage - Schicksalstage ÖsterreichsMP4 Video, 13.0 MB
Windows, 1.6 MB
Windows, 11.9 MB
Quelle: Filmarchiv Austria

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Inhalt:
Rückblick auf den März 1938, den Einmarsch Hitlers. Politische Situation Österreichs vor dem Einmarsch. Das Land ist bedroht vom nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien.
Archivmaterial aus der NS-Zeit: Hitler nimmt eine SA Parade ab, SA marschiert, Hitler gestikulierend am Rednerpult. Italienisches Pendant: Mussolini lachend, Versammlung der Schwarzhemden, Mussolini in Diktatorpose.
Heimwehraufmarsch in Österreich, an der Spitze Starhemberg (Mitte), Fey, Pfrimer. Rückblick auf die Ereignisse 1933, die Selbstausschaltung des Parlaments und die Machtergreifung Dollfuss\'.
Bürgerkrieg, Februarkämpfe, Einschüsse in Gemeindebauten, Österreichisches Bundesheer mit Maschinengewehren und Kanonen, zerstörte Häuserfassaden. Dollfuß im Kreise von Offizieren. Straßenunruhen, Schutzbündler werden abgeführt.
Bundeskanzler Schuschnigg richtet einen Appell an die Öffentlichkeit. Fotografie von Seyss-Inquart. Einmarsch deutscher Truppen nach Österreich, Grenzposten hebt den Balken. Wehrmacht marschiert in Linz ein, tausende Menschen säumen jubelnd die Straßen, Hitlers Ankunft in Wien.
Gedenkstein ("Diese Stadt ist eine Perle.......") analoger Textlaut dazu: Hitler im OT. Schnitt auf Bilder der Zerstörung: Bomben explodieren, Luftangriffe, brennende Stadt, Kampf um Wien, Zerstörung, Stalinorgel, Panzer, Feuer, Straßenkämpfe. gefangene Wehrmachtssoldaten marschieren in langen Kolonnen, Soldatenfriedhof, zerstörter Park Schönbrunn mit Gloriette, Urania, Riesenrad, Vermählungsbrunnen am Hohen Markt, Häuserruinen. Bilder des Wiederaufbaus: Zivilisten räumen den Schutt weg, Männer ziehen eine Lore mit Schutt, Gleise werden instand gesetzt, Trümmerfrauen, Männer schaufeln Schutt. Politischer Aufbruch: die provisorische Bundesregierung mit Renner an der Spitze zieht vom Rathaus zum Parlament, Renner schwingt den Hut zum Gruß der umstehenden Bevölkerung. Renner betritt den Abgeordnetensaal, Politiker der ersten Stunde. Renner wird von Kunschak angelobt. Schlusseinstellung: Wappen: Adler mit zerbrochenen Ketten.

Originaltext:
Märztage sind Erinnerungstage. In den Märztagen des Jahres 1938 wurde Österreich von der Landkarte weggewischt. Österreich unterlag damals der Bedrohung durch den Faschismus im Norden und Süden. Im Norden Hitler, der entschlossen war, Österreich dem nationalsozialistischen Deutschland einzuverleiben. Im Süden sein Kumpan Mussolini. Er wollte zuerst Österreich selbst in seinem Machtbereich haben, aber dann gab er nach und überließ dem stärkeren Faschismus im Norden das Feld.

Österreich musste damals unterliegen, es war gespalten. Seine Bürger kämpften gegeneinander. Die parlamentarische Demokratie war fünf Jahre vorher ausgeschaltet worden. Ein vertauschter Stimmzettel war zum Anlass genommen worden, das Parlament außer Funktion zu setzen. Es war eine Zeit der politischen Abenteurer. Österreicher führten Krieg gegen Österreicher. Viele glaubten, Österreich sei nicht lebensfähig. Und zwischen den Österreichern bestand ein Hass, der zum blutigen Kampf führte, und die Kämpfe führten zu Leid und Unglück.

Die Menschen verloren den Glauben an Österreich. Das Leben schien nicht mehr lebenswert. Die Geschichte liebt die Völker nicht, die nicht an sich glauben. Vergebens appelliert Bundeskanzler Dr. Schuschnigg an die Welt und an die Österreicher. Die deutschen Truppen rücken in Österreich ein. Hitler, der Führer, erlebt die Stunde seines Triumphes. Er zieht in Wien als Sieger ein.

Das Land, das sein Geburtsland war, wird dem Deutschen Reich einverleibt. Die Grenzen fallen. Die Marschierer sind da. Es kommen schwere Zeiten. Das Tausendjährige Reich hatte begonnen und des dauerte sieben entsetzliche Jahre. Und viele, die den Untergang ihres Staates auch noch bejubelt hatten, weil sie glaubten, er bedeute das Ende der Arbeitslosigkeit, das Ende eines trüben Schicksals, mussten erkennen, dass der letzte Akt der Schicksalstragödie jetzt erst begonnen hat. Zum politischen Untergang kam der physische Untergang.

Ja, damals haben wir alles verloren gehabt, was das Leben lebenswert macht. Damals haben wir gehungert und gefroren, aber damals sind wir alle miteinander drauf gekommen, worauf es ankommt.

Die letzten Schüsse waren noch nicht verhallt, da begannen wir den Schutt wegzuräumen, den Ruinenschutt und den Schutt des großen Irrtums. Hier hat der Leidensweg Österreichs sein Ende gefunden. Hier beginnt Österreichs neuer Weg in die Zukunft. Eben hier. Gemeinsam haben wir damals den Karren aus dem Dreck gezogen. Es war alles viel schlimmer als 1918 oder auch 1934.

Bundeskanzler Dr. Renner führt die provisorische Bundesregierung vom Wiener Rathaus zum Parlament, um die neue Republik Österreich zu errichten. Demokratische Parlamentarier von beiden Seiten wirken zusammen, um in Eintracht den neuen Staat zu bauen. Österreich hat sich wieder gefunden. Möge es sich nie wieder verlieren. Das ist die Mahnung der Tage vor 25 Jahren.
© Demokratiezentrum Wien

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