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12. Februar 1934 Bürgerkrieg in Österreich

Scope 8/84, Beitrag: 1
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12. Februar 1934 Bürgerkrieg in ÖsterreichMP4 Video, 30.2 MB
Windows, 10.3 MB
Windows, 1.6 MB
Quelle: Filmarchiv Austria
Originaltext:
1933. Die Regierung Dollfuß ist entschlossen, die stärkste Partei des Landes, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, und die Gewerkschaften zu verbieten. Ein autoritäres Regime soll die parlamentarische Demokratie ablösen. Schritt für Schritt werden die demokratischen Freiheiten beseitigt. Die sozialdemokratische Parteiführung kann sich zu keinen Gegenmaßnahmen durchringen. Am 12. Februar 1934 erheben sich einige tausend Arbeiter spontan gegen die drohende Diktatur. Nach drei Tagen ist alles vorbei. Die Begräbnisfeierlichkeiten für die Opfer der Exekutive gestalten sich zu einem Triumph über die geschlagene Arbeiterbewegung. Heimwehrführer und Vizekanzler Major Fey: "Wir haben das größte Opfer gebracht, das Menschen bringen können: das Opfer ihres Lebens. Ihr Geist möge bei uns bleiben und möge uns erfüllen in alle Ewigkeit und in diesem Geiste wollen wir auch weiter dienen unserem lieben Vaterlande Österreich." Acht Todesurteile der Standgerichte werden vollstreckt. Darunter der steirische Abgeordnete Koloman Wallisch, der schwerverletzte Schutzbundführer Karl Münichreiter und der Floridsdorfer Georg Weissel. Die Zahl der ohne Standgericht hingerichteten Schutzbündler ist bis heute unbekannt. Februar 1984. In der Meidlinger Koppreiterremise wird die Ausstellung "Die Kälte des Februar" aufgebaut. Kreisky: "So ist der Februar 1934 nicht ein Zufall der Geschichte, nicht ein Zornausbruch eines Teiles des österreichischen Volkes, so hat er seine Wurzeln in der Unfähigkeit derer die im alten Reich regiert haben, aber auch seine Wurzeln in dem Unvermögen jener, die in der Ersten Republik zur Verantwortung gerufen wurden. Wie kam es zum 12. Februar 1934. Das ist das große Problem, das ist so schwer den Jungen zu erklären, dieses friedliche Volk, diese friedfertigen Menschen, wie konnten sie sich auf einen derartig blutigen Bürgerkrieg einlassen. Ja, man kann die Zeit nur verstehen, wenn man die eigene Geschichte zu verstehen beginnt. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich ausführlich über jenen Abschnitt der österreichischen Geschichte zu informieren. Erstmals können die Besucher über Computerterminals genaue Daten über die politische und wirtschaftliche Situation in der Zwischenkriegszeit abfragen. Im Semperdepot im 6. Wiener Gemeindebezirk veranstaltet die ÖVP unter dem Titel "Konflikt und Versöhnung" eine Multimediaschau. Inhalt: Die Geschichte und Konflikte der Ersten und Zweiten Republik bis in die Gegenwart. Im Café werden Zeitungen und Informationsbroschüren zu diesem Thema aufliegen. Busek: "Die Volkspartei hat ihre Ausstellung unter den Gedanken "Konflikt und Versöhnung" gestellt. Was meint sie damit? Dass Österreich aus dem, was Schreckliches im Jahr 1934 passiert ist, auch etwas gelernt hat. Die Gegner des Bürgerkrieges vom Februar waren dann die Partner der Großen Koalition nach dem Zweiten Weltkrieg, die zum Wiederaufstieg Österreichs geführt hat." Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an die tragischen Ereignisse vor 50 Jahren. Im Karl-Marx-Hof findet am 12. Februar eine Angelobung von Jungmännern des Bundesheeres statt. Auch die Medien haben sich eingehend mit dem Februar 1934 und seinen Auswirkungen beschäftigt. 1938 wurden Sieger und Besiegte des blutigen Februars von Hitler vielfach gemeinsam in die Konzentrationslager deportiert.
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Originaltext:
1933. Die Regierung Dollfuß ist entschlossen, die stärkste Partei des Landes, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, und die Gewerkschaften zu verbieten. Ein autoritäres Regime soll die parlamentarische Demokratie ablösen.

Schritt für Schritt werden die demokratischen Freiheiten beseitigt. Die sozialdemokratische Parteiführung kann sich zu keinen Gegenmaßnahmen durchringen. Am 12. Februar 1934 erheben sich einige tausend Arbeiter spontan gegen die drohende Diktatur. Nach drei Tagen ist alles vorbei. Die Begräbnisfeierlichkeiten für die Opfer der Exekutive gestalten sich zu einem Triumph über die geschlagene Arbeiterbewegung.

Heimwehrführer und Vizekanzler Major Fey: "Wir haben das größte Opfer gebracht, das Menschen bringen können: das Opfer ihres Lebens. Ihr Geist möge bei uns bleiben und möge uns erfüllen in alle Ewigkeit und in diesem Geiste wollen wir auch weiter dienen unserem lieben Vaterlande Österreich."

Acht Todesurteile der Standgerichte werden vollstreckt. Darunter der steirische Abgeordnete Koloman Wallisch, der schwerverletzte Schutzbundführer Karl Münichreiter und der Floridsdorfer Georg Weissel. Die Zahl der ohne Standgericht hingerichteten Schutzbündler ist bis heute unbekannt.

Februar 1984. In der Meidlinger Koppreiterremise wird die Ausstellung "Die Kälte des Februar" aufgebaut. Kreisky: "So ist der Februar 1934 nicht ein Zufall der Geschichte, nicht ein Zornausbruch eines Teiles des österreichischen Volkes, so hat er seine Wurzeln in der Unfähigkeit derer die im alten Reich regiert haben, aber auch seine Wurzeln in dem Unvermögen jener, die in der Ersten Republik zur Verantwortung gerufen wurden. Wie kam es zum 12. Februar 1934. Das ist das große Problem, das ist so schwer den Jungen zu erklären, dieses friedliche Volk, diese friedfertigen Menschen, wie konnten sie sich auf einen derartig blutigen Bürgerkrieg einlassen. Ja, man kann die Zeit nur verstehen, wenn man die eigene Geschichte zu verstehen beginnt. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich ausführlich über jenen Abschnitt der österreichischen Geschichte zu informieren. Erstmals können die Besucher über Computerterminals genaue Daten über die politische und wirtschaftliche Situation in der Zwischenkriegszeit abfragen.

Im Semperdepot im 6. Wiener Gemeindebezirk veranstaltet die ÖVP unter dem Titel "Konflikt und Versöhnung" eine Multimediaschau. Inhalt: Die Geschichte und Konflikte der Ersten und Zweiten Republik bis in die Gegenwart. Im Café werden Zeitungen und Informationsbroschüren zu diesem Thema aufliegen. Busek: "Die Volkspartei hat ihre Ausstellung unter den Gedanken "Konflikt und Versöhnung" gestellt. Was meint sie damit? Dass Österreich aus dem, was Schreckliches im Jahr 1934 passiert ist, auch etwas gelernt hat. Die Gegner des Bürgerkrieges vom Februar waren dann die Partner der Großen Koalition nach dem Zweiten Weltkrieg, die zum Wiederaufstieg Österreichs geführt hat."

Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an die tragischen Ereignisse vor 50 Jahren. Im Karl-Marx-Hof findet am 12. Februar eine Angelobung von Jungmännern des Bundesheeres statt. Auch die Medien haben sich eingehend mit dem Februar 1934 und seinen Auswirkungen beschäftigt. 1938 wurden Sieger und Besiegte des blutigen Februars von Hitler vielfach gemeinsam in die Konzentrationslager deportiert.
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