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Österreich: Der Wahlkampf auf seinem Höhepunkt

Austria Wochenschau 39/75, Beitrag: 1
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Österreich: Der Wahlkampf auf seinem HöhepunktMP4 Video, 11.5 MB
Windows, 10.1 MB
Windows, 1.5 MB
Quelle: Quelle: Filmarchiv Austria
Ort: Österreich

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Originaltext:
Der Wahlkampf auf seinem Höhepunkt: Wie nie zuvor ist er auf die führenden Persönlichkeiten abgestimmt. Daher suchen die Chefs der drei großen wahlwerbenden Parteien besonders intensiv den Kontakt zum Volk, wie hier FPÖ-Vorsitzender Peter in Oberwart. Bei seinen Ansprachen ist Friedrich Peter wie stets in wohlgesetzten, maßvollen Worten auf jenen Ausgleich bedacht, der der FPÖ nützen könnte: "Geben Sie der Sozialistischen Partei und Dr. Kreisky am 5. Oktober keine absolute Mehrheit mehr, nehmen Sie der SPÖ zwei, drei Mandate weg und geben Sie es den Freiheitlichen, dann wird nach dem 5. Oktober eine bessere und eine sparsamere Politik betrieben. Aber, meine Damen und Herren seien Sie vorsichtig, die ÖVP zu stark zu machen. Etwa deswegen, weil an der Spitze dieser Partei jetzt sozusagen ein politischer Superstar seht und alles kann und bisher in der Politik noch nichts beweisen hat müssen. Ich möchte gar nicht soweit gehen, dass ich über Dr. Taus ein persönliches Urteil fälle, wir kennen Ihn in der Politik nicht, er war noch nie Abgeordneter, er hat keine parlamentarische Arbeit bis jetzt geleistet und ist daher nicht einschätzbar. Ich glaube nicht meine Damen und Herren, dass ein politisches Experiment, dass ein politischer Ritt über den Bodensee die Alternative zur absoluten Mehrheit SPÖ ist. Wir bieten Ihnen die Freiheitliche Partei als Alternative zur Sozialistischen Partei an."

Aufwendiger, nämlich mit Blasmusik und Zusammenarbeitsparolen, zieht ÖVP-Obmann Dr. Josef Taus in den Wahlkampf. Er hat sogar eine fahrbare Tribüne zur Verfügung und lässt die Bevölkerung mit Postkartenphotos versorgen, die er signiert. Sein Besuch in Wiener Neustadt hat durchaus volksfestlichen Charakter. Im teuersten Wahlkampf aller Zeiten fehlt es an nichts und Dr. Taus ist gleich bei seinem Lieblingsthema: "Dass wir seit dem Jahr 74 jeden Tag tiefer in eine wirtschaftliche Depression hineinrutschen. Dass wir das erste Mal seit 30 Jahren eine schrumpfende Wirtschaft haben, das heißt also, dass das erste Mal seit 30 Jahren, das österreichische Volk weniger haben wird als es 74 gehabt hat, und zwar um ungefähr 2 Prozent. Dass das erste Mal die Vollbeschäftigung echt gefährdet ist, auch wenn wir bisher 90.000 Gastarbeiter entlassen haben. denn die Frage liegt ja woanders. Wir haben ja zur Zeit 43 Prozent höhere Arbeitslosigkeit im Industriebereich - darüber redet ja niemand." Trotz dieser Angriffe bietet Dr. Taus Zusammenarbeit an. "Wir wollen hart arbeiten, ehrlich arbeiten mit Ihnen zusammen, denn aus Nichts wird Nichts, um diese Talfahrt der Wirtschaft zu bremsen und die Basis für einen neuen Aufschwung zu legen, auch wenn die nächsten Jahre nicht leicht werden. Wir müssen nun wieder einkorrigieren, wir müssen das Budget in Ordnung bringen, wir müssen die Talfahrt bremsen, wir müssen um jeden Arbeitsplatz kämpfen, wir müssen die Industrie-Struktur verbessern - riesige Aufgaben - und ich glaube wir können sie lösen. Wir können sie lösen, wenn wir vernünftig und realistisch sind. Wenn wir sagen: Miteinander und nicht gegeneinander."

Optimistischer als sein Gegenkandidat zeigt sich Bundeskanzler Dr. Kreisky, der auf seiner Wahlreise in Ebensee und Bad Goisern jubelnd begrüßt wird: Zur Parole Sicherheit und eine gute Zukunft gesellt sich auch noch Wetterglück. Überall dichte Menschenmengen, die Kreisky live erleben wollen. In Bad Ischl findet Dr. Kreisky kaum den Weg zum Podium. Hier ist der Empfang besonders herzlich und der Bundeskanzler strahlt zurück: "Aber, Moment - weil ich deshalb gut geschlafen habe, weil wir gestern mit dem polnischen Ministerpräsidenten eine Vereinbarung getroffen haben, über eine Zusammenarbeit mit den Steyr-Werken, die für Jahre hinaus für tausende Beschäftigte in den Steyr-Werken die Arbeitsplätze sichert. Wir haben im Jahre 1975 um über 300.000 Arbeitsplätze mehr als vor 5 Jahren, als wir von der ÖVP die Regierung übernommen haben. Das ist die Tatsache! Und da geht jetzt der Herr Dr. Taus her und erzählt den österreichern oder will den Versuch machen den österreichern zu erzählen, sie leben am Rand eines Abgrundes, Österreich befinde sich in einer Katastrophe, Österreich wäre ein Land, das dem Elend preisgegeben wäre. So dramatisch stellt die ÖVP-Propaganda die Lage in Österreich dar. Jetzt Hand aufs Herz - ist es nicht in den letzten wenigen Jahren in Österreich aufwärts gegangen? Oder ist es jemals vorher so vielen Menschen - ist es jemals vorher so vielen Menschen so gut gegangen wie in den letzten wenigen Jahren? Das kann ja niemand bestreiten!"
© Demokratiezentrum Wien

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