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"20 Jahre Zweite Republik". Jubiläumssonderausgabe

Austria Wochenschau 17/65, Beitrag 1
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MP4 Video, 23.6 MB
Windows, 2.7 MB
Windows, 20.0 MB
Quelle: Filmarchiv Austria
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Originaltext:

Ende und Anfang vor 20 Jahren. Ende der Ostmark. Anfang eines anderen Marsches nach Osten. Wann werden diese Männer zurückkommen? Anfang? In diesen Trümmern? Ausgebrannt und zerschossen sind die Wahrzeichen. Wien in Rauch und Not. Und voller fremder Soldaten. Dennoch ein Anfang. Das Rathaus ohne Dach, aber Männer mit Mut und Glauben an Österreich. Am 27. April 1945 geht Dr. Renner, der erste Staatskanzler der ersten Republik, mit anderen Männern der Stunde Null an die Arbeit für eine bessere Republik. Die Österreicher wissen nun, dass sie Österreicher sind. Sie räumen die Trümmer der Vergangenheit aus dem Weg. Am 25. November 1945 geben sie der Welt ein Beispiel. Sie wählen mit überwältigender Mehrheit in freier unbeeinflusster Entscheidung demokratische Abgeordnete in den Nationalrat. In diesem Klassenzimmer der Demokratie erhält der Totalitarismus eine vernichtende Abfuhr.

In Anwesenheit der vier Alliierten Hochkommissare tritt das gewählte Parlament ungehindert zusammen. Die beiden großen Parteien übernehmen die Verantwortung für Österreich. Die Bundesversammlung wählt Dr. Karl Renner zum Bundespräsidenten. Männer wie er und Leopold Kunschak sind Wächter und Garanten der Vernunft und Einigkeit. Ingenieur Leopold Figl wird Bundeskanzler, Dr. Adolf Schärf Vizekanzler. Groß sind die Probleme des daniederliegenden Landes. Groß ist die Gefahr der Spaltung wie in Deutschland, wie in Korea. Ein kommunistischer Putschversuch im Oktober 1950 scheitert an der Besonnenheit der Bevölkerung. Dank der unermüdlichen Bemühungen der Regierung kehren die Gefangenen und Verschleppten allmählich zurück, in die zwar immer noch besetzte, aber innerlich freie Heimat. Nach dem Tod Dr. Renners wird der Bürgermeister von Wien, Dr. Theodor Körner, erstmals durch eine allgemeine Wahl Staatsoberhaupt. Als Symbol von Erbe und Erneuerung wird die wiedererstandene Pummerin, die große Glocke des Doms von St. Stephan, von der Bevölkerung bejubelt. Ihre Inschrift schließt mit dem Wunsche aller Österreicher: Friede in Freiheit! Für diesen Wunsch wird auch gehandelt.

Nach zahllosen Sitzungen, in denen die weltweite Spannung zwischen den Alliierten jede Einigung und damit die volle Freiheit Österreichs verhinderte, gelingt der österreichischen Regierungsdelegation in Moskau ein entscheidender Schritt. Bundeskanzler Raab, Vizekanzler Dr. Schärf, Außenminister Ing. Figl und Staatssekretär Dr. Kreisky erreichen das bisher erste und einzige Wunder des sogenannten "Kalten Krieges"! Die Zusage des Staatsvertragsabschlusses für Österreich. Am 15. Mai 1955 wird im Belvedere, dem Sommersitz des Prinzen Eugen, der Staatsvertrag von den Außenministern der vier Besatzungsmächte unterzeichnet. Für die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken von Wjatcheslaw Michailowitsch Molotow, für die Vereinigten Königreiche Großbrinannien von Harold Mc. Millan, für die Vereinigten Staaten von Amerika von John Foster Dulles, für Frankreich Antoine Pinay, für Österreich unterzeichnet Leopold Figl als Außenminister. Der Bundespräsident Dr. Körner begrüßt beim ersten Empfang im Freien Land die Außenminister der vier Großmächte. Der Alliierten-Rat für Österreich löst sich auf. Als Repräsentanten des souveränen Österreich nehmen Bundeskanzler Raab und Vizekanzler Schärf an der letzten Truppenparade der Besatzer, die so lange die vier im Jeep gestellt haben, teil. Der Herbst 1955 ist der Termin für den Abzug der fremden Soldaten. Der Osten und der Westen rücken auseinander. Österreich, das Land in der Mitte Europas, hat seine immerwährende Neutralität erklärt. Viele haben in der Zeit der Besetzung Land und Leute lieben gelernt und manch rauer Soldat und sei er selbst General, schämt sich der Abschiedstränen nicht. Österreich, das Land voll Schönheit und Gegensätzen, hat seinen Platz in der Welt erkannt. Wissend um seine Vergangenheit glaubt es an seine Zukunft. Es arbeitet und baut an Werken des Friedens. Es lebt aus der Eintracht seiner Bürger. Es weiß nach 20 Jahren noch besser, was seine Unabhängigkeit wert ist: Das Leben in Freiheit!

© Demokratiezentrum Wien

Austria Wochenschau

Wissensmodul zur Austria Wochenschau mit zahlreichen Filmdokumenten

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