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Zeittafel der EU-Erweiterung

Juni 1993
Tagung des Europäischen Rates in Kopenhagen: Beitrittskriterien werden formuliert ("Kopenhagener Kriterien"): eine institutionelle Stabilität als Garantie für demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, für die Wahrung der Menschenrechte sowie die Achtung und den Schutz der Minderheiten; eine funktionsfähige Marktwirtschaft sowie die Fähigkeit, dem Wettbewerbsdruck und den Marktkräften innerhalb der Union standzuhalten; die Fähigkeit, die aus einer Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen zu übernehmen und sich auch die Ziele der politischen Union sowie der Wirtschafts- und Währungsunion zu eigen machen zu können.

Dezember 1994
Tagung des Europäisches Rates in Essen: Heranführungsstrategie wird beschlossen.

1995
Der Europäische Rat von Madrid präzisiert die Beitrittskriterien und betont, dass das Gemeinschaftsrecht, der sogenannte Besitzstand, nicht nur in einzelstaatliches Recht übernommen werden muss, sondern dass bei der Beitrittsvorbereitung auch seine wirksame Anwendung durch geeignete Strukturen in Verwaltung und Justiz sicherzustellen ist.

Bis 1996
Zehn mittel- und osteuropäische Länder (MOEL) stellen einen Beitrittsantrag. Zuvor haben bereits die Türkei, Zypern und Malta den EU-Beitritt beantragt:
Türkei: 14. April 1987
Zypern: 3. Juli 1990
Malta: 16. Juli 1990
Ungarn: 31. März 1994
Polen: 5. April 1994
Rumänien: 22. Juni 1995
Slowakei: 27. Juni 1995
Lettland: 13. Oktober 1995
Estland: 24. November 1995
Litauen: 8. Dezember 1995
Bulgarien: 14. Dezember 1995
Tschechische Republik: 17. Jänner 1996
Slowenien: 10. Juni 1996

April 1996
Beginn des "Screenings": Die EU-Kommission überprüft gemeinsam mit dem Bewerberland Probleme bei der Übernahme der insgesamt 31 Kapitel des gemeinsamen Besitzstandes.

Juli 1997
Die Kommission beschließt die Agenda 2000. Sie befasst sich mit der Zukunft der EU, den Perspektiven für eine erweiterte Union sowie den Auswirkungen der Erweiterung und präsentiert einen reformierten finanziellen Rahmen für die Zeit nach 2000. Die Kommission empfiehlt die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Estland und Zypern.

Dezember 1997
Tagung des Europäischen Rates in Luxemburg. Der Vorschlag der Kommission wird durch einstimmigen Ratsbeschluss angenommen.

März 1998
Offizielle Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Estland und Zypern ("Luxemburg-Gruppe").

November 1998
Beginn der im halbjährigen Turnus stattfindenden Beitrittskonferenzen zwischen den Mitgliedsstaaten und jedem Bewerberland über die einzelnen Kapitel des gemeinsamen Besitzstandes.

März 1999
Der Europäische Rat von Berlin stellt den Finanzrahmen für 2000-2006 vor, darunter die Vor-Beitrittshilfe und Ausgaben im Zusammenhang mit dem Beitritt.

Oktober 1999
Die Europäische Kommission verabschiedet die zweite Reihe regelmäßiger Berichte und überprüft die Beitrittspartnerschaften.

Dezember 1999
Der Europäische Rat von Helsinki beschließt mit Bulgarien, Lettland, Litauen, Malta, Rumänien und der Slowakei ("Helsinki-Gruppe") in Erweiterungsverhandlungen einzutreten und der Türkei den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Die Verhandlungen mit der Türkei sollen erst dann beginnen, wenn bestimmte politische Bedingungen wie die Achtung der Menschen- und Minderheitenrechte erfüllt werden.

Februar 2000
Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Malta, Rumänien, der Slowakei, Lettland, Litauen und Bulgarien.

November 2000
Die Europäische Kommission verabschiedet eine dritte Reihe regelmäßiger Berichte sowie eine Beitrittspartnerschaft für die Türkei.

Dezember 2000
Tagung des Europäischen Rates in Nizza: Eine "Wegskizze" für die weiteren Verhandlungen und die institutionelle Reform sollen die Union in die Lage versetzen, möglichst bald neue Mitgliedsstaaten aufzunehmen. Sind Staaten für einen Beitritt entsprechend den Kriterien vorbereitet, dann soll die EU in der Lage sein, sie ab Ende 2002 aufzunehmen. Damit verbindet die EU die Hoffnung, dass diese Länder an den Europawahlen 2004 teilnehmen können.

Jänner 2001
Zwischen 7 und 16 der insgesamt 31 Kapitel des gemeinsamen Besitzstandes sind vorläufig abgeschlossen. Öffnung der verbleibenden Verhandlungskapitel des gemeinsamen Besitzstandes.

April 2001
Die EU-Kommission hat sich am 11. April 2001 auf flexible Übergangszeiten bei der Freizügigkeit von ArbeitnehmerInnen verständigt. Danach ist eine allgemeine Übergangszeit von fünf Jahren vorgesehen, die von einzelnen Mitgliedstaaten um maximal zwei Jahre verlängert werden kann. Zwei Jahre nach einem Beitritt ist eine allgemeine Überprüfung der Übergangsregelungen durch einen Kommissionsbericht vorgesehen.

Juni 2001
Der Europäische Rat von Göteborg bestätigt, dass der Erweiterungsprozess unumkehrbar ist und versichert, dass an der "Wegskizze" als Rahmen für einen erfolgreichen Verhandlungsabschluss festzuhalten ist. Unter der Voraussetzung, dass Fortschritte auf dem Weg zur Erfüllung der Beitrittskriterien in unverminderter Geschwindigkeit fortgesetzt werden, soll der Fahrplan es ermöglichen, dass Verhandlungen mit den Ländern, die zum Beitritt bereit sind, gegen Ende 2002 abgeschlossen werden und sie sich an den Wahlen zum Europäischen Parlament 2004 als neue Mitgliedstaaten beteiligen können.

Oktober 2002
Der Europäische Rat von Gent unternimmt eine Halbzeit-Prüfung der Umsetzung der Erweiterungsstrategie, auf die man sich in Nizza geeinigt hat.

Dezember 2002
Auf dem Kopenhagener Gipfel (12./13. Dezember) beschließt die EU die Aufnahme von 10 weiteren Mitgliedern. Die Europäische Union wird daher ab 1. Mai 2004 auch die Länder Polen, Ungarn, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern umfassen. Es ist die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte der Europäischen Union. In allen Kandidatenländern müssen allerdings noch Referenden durchgeführt werden. Bezüglich der Beitrittsambitionen der Türkei soll im Dezember 2004 überprüft werden, ob die Türkei die Kopenhagener Kriterien (funktionierende Demokratie, volle Rechtsstaatlichkeit) erfüllt. Tut sie das, sollen "unverzüglich" Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden.

März 2003
Beitrittsreferendum in Malta (8./9. März): Rund 53 Prozent stimmem mit "Ja"; die Wahlbeteiligung liegt bei 91 Prozent.

Beitrittsreferendum in Slowenien (23. März): 89,6 Prozent stimmen mit "Ja"; die Wahlbeteiligung liegt bei rund 60 Prozent.

April 2003
Das Europäische Parlament stimmt am 9. April der Erweiterung der EU mit überwältigender Mehrheit zu. Die Straßburger Versammlung billigt mit 458 gegen 68 Stimmen und bei 41 Enthaltungen die Aufnahme von zehn neuen Ländern ab Mai 2004. Das Parlament ratifiziert jeden einzelnen Beitrittsvertrag und ebnet den Weg für die Unterzeichnung durch die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel am 16. April in Athen.

Beitrittsreferendum in Ungarn (12. April): 83,8 Prozent sprechen sich für einen EU-Beitritt aus; die Wahlbeteiligung liegt bei 45,6 Prozent.

Unterzeichnung des Erweiterungsvertrags der EU in Athen (16. April). Mit der Aufnahme von Polen, Ungarn, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, der Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern wächst die Bevölkerung in der EU von 370 Millionen auf rund 450 Millionen Menschen.

Mai 2003
Beitrittsreferendum in Litauen (10./11. Mai): 89,9 Prozent der abgegebenen Stimmen sind für den Beitritt; die Wahlbeteiligung liegt bei 63,3 Prozent.

Beitrittsreferendum in der Slowakei (16./17. Mai): 92,46 Prozent der SlowakInnen sprechen sich für einen EU-Beitritt aus; die Beteiligung beträgt 52,15 Prozent.

Juni 2003
Beitrittsreferendum in Polen (8. Juni): 77,5 Prozent der PolInnen sprechen sich für einen EU-Beitritt aus; die Wahlbeteiligung liegt bei 58,8 Prozent.
Beitrittsreferendum in der Tschechischen Republik (15./16. Juni): 77Prozent der TschechInnen sprechen sich für den EU-Beitritt aus; die Beteiligung beträgt 55 Prozent.

September 2003
Beitrittsreferendum in Estland (14. September): 67 Prozent der EstInnen sprechen sich für einen EU-Beitritt aus; die Wahlbeteiligung liegt bei 63 Prozent.
Beitrittsreferendum in Lettland (20. September): 67 Prozent der EstInnen sprechen sich für den EU-Beitritt, 32,3 Prozent dagegen aus. Die Wahlbeteiligung liegt bei 72,53 Prozent.

März 2004
Aufnahmeantrag Mazedoniens

Mai 2004
Am 1. Mai erhält die EU zehn neue Mitglieder: Estland, Malta, Slowenien, Ungarn, Litauen, Polen, Tschechien, Zypern und der Slowakei auch Lettland.

Dezember 2004
Der Europäische Rat stellt fest, dass die Türkei die politischen Kriterien von Kopenhagen ausreichend erfüllt, um Beitrittsverhandlungen aufnehmen zu können.

Februar 2005
Das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kroatien tritt in Kraft.

April 2005
Das Europäische Parlament gibt seine Zustimmung zu den Anträgen der Republik Bulgarien und der Republik Rumänien auf Mitgliedschaft in der EU.

Oktober 2005
Aufnahme der offiziellen Beitrittsverhandlungen mit Kroatien und der Türkei.

Dezember 2005
Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien erhält den Status eines Beitrittskandidaten.

November 2006
Die EU-Kommission legt einen Fortschrittsbericht zum EU-Beitritt der Türkei, von Kroatien und der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien vor.

Dezember 2006
Teilweise Aussetzung der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

Jänner 2007
Rumänien und Bulgarien werden neue EU-Mitglieder.

April 2009
Albanien stellt einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU. Bislang hat Albanien noch nicht den Status eines Beitrittskandidaten erhalten.

Juli 2009

Island stellt einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU.

Dezember 2009
Serbien stellt einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU.

Sommer 2010
Island erhält den Status eines Beitrittskandidaten.

Dezember 2010

Montenegro wird in die Liste der offiziellen Beitrittskandidaten bestehend aus Türkei, Kroatien, Mazedonien und Island aufgenommen.

Juni 2011
Die Beitrittsverhandlungen mit Kroatien werden abgeschlossen und das Verfahren für den Beitritt Kroatiens kann eingeleitet werden: Es muss der Beittrittvertrag vom Europäischen Parlament und den 27 Mitgliedsländern zu ratifiziert werden und Kroatien hat eine Volksabstimmung über seinen EU-Beitritt angekündigt.

Jänner 2012
In einem Referendum sprechen sich rund 2/3 der kroatischen Bevölkerung für einen EU-Beitritt aus.

März 2012
Serbien erhält den offiziellen Status eines Beitrittskandidaten.

Juni 2012
Die Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und Montenegro beginnen.

Juli 2013
Kroatien als 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union bei.

September 2013
Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Serbien tritt in Kraft.

Jänner 2014
Die Beitrittsverhandlungen mit Serbien werden aufgenommen.

 

Quellen: 

Zeittafel der EU-Erweiterung, in: Forum Politische Bildung (Hg.), EU wird Europa? Erweiterung – Vertiefung – Verfestigung (Informationen zur Politischen Bildung, Band 15), Innsbruck 1998, S. 43.; Meilensteine der EU-Erweiterung, in: Forum Politische Bildung (Hg.), EU 25 - Die Erweiterung der Europäischen Union (Informationen zur Politischen Bildung, Band 19), Innsbruck/Wien/München/Bozen 2003, S. 91; www.eiz-niedersachsen.de, 4.9.2001; Der Standard, 16.12.2002; Der Standard, 10.3.2003; Der Standard, 10.4.2003; Der Kurier, 24.3.2003; Der Kurier, 14.4.2003, Der Standard, 12.5.2003; Der Kurier, 13.5.2003; Der Standard, 19.5.2003; Der Standard, 10.6.2003; Der Standard, 16.6.2003; Der Standard, 15.9.2003, www.demokratiezentrum.org/de/startseite/themen/europa/erweiterung/erweiterung, 17.07.07, ec.europa.eu/enlargement/index_de, 17,07.2007, www.delhrv.ec.europa.eu/en/static/view/id/27, 17.07.07; ec.europa.eu/enlargement/turkey/eu_turkey_relations_de.htm, 17.07.07; www.euractiv.de/328/linkdossier/island-auf-dem-weg-in-die-eu-000113, 6.9.2011; www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Europa/EUErweiterung/eu-erweiterung.html, 6.9.2011, www.euractiv.de/328/linkdossier/island-auf-dem-weg-in-die-eu-000113, bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Europa/EUErweiterung/eu-erweiterung.html); www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/kroatien-eu-beitritt, 11.3.2014; ec.europa.eu/enlargement/countries/check-current-status/index_de.htm, 11.3.2014)

Letztes Update: 04/2015

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