zur normalen Ansicht

Wissen > Timelines > Die Kontroversen um den Bau des Kraftwerks Lambach 

Die Kontroversen um den Bau des Kraftwerks Lambach

1995
8.3.: Naturschutz-Landesrätin Prammer spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus.

14.3.: Gegen den vom Landwirtschaftsministerium erlassenen Wasserrechts-Bescheid legen zehn Anrainer Beschwerde ein.

10.7.: Landeshauptmann Pühringer entzieht der zuständigen Landesrätin die Kompetenz und erlässt trotz negativer Stellungnahme der Naturschutzbehörde einen positiven Bescheid.

1996
9.1.: Die Rodungsarbeiten beginnen. Dutzende UmweltschützerInnen besetzen die Baustellenzufahrt.

13.1.: Die NaturschützerInnen errichten mit BürgerInnen aus Stadl-Paura und Lambach das erste "Widerstandscamp".

16.1.: Die Bauarbeiten kommen fast vollständig zum Erliegen. Alle Zufahrtswege zur Kraftwerksbaustelle sind blockiert.

17.1.: Ein Trupp von Holzfällern dringt mit laufenden Kettensägen in das "Widerstandscamp" ein. Ohne Rücksicht auf protestierende Menschen werden hunderte Bäume umgesägt.

24.1.: Der oberösterreichische Landtag spricht sich gegen das Kraftwerk aus und fordert einen Baustopp.

30.1.: Bundespräsident Thomas Klestil empfängt Vertreter der Naturschützer. Auf der Kraftwerksbaustelle wird ein Massengrab unbekannter Toter gefunden. Zunächst wurde vermutet, es könnte sich um jüdische KZ-Opfer handeln. Untersuchungen ergaben, dass es nicht Tote des 20. Jahrhunderts waren.

26.2.: "Lambach-Krisengipfel" mit Landeshauptmann Pühringer und den KraftwerksgegnerInnen. Pühringer lehnt jede Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Kraftwerksprojekts ab und beharrt auf den Weiterbau.

März 1996: Um einem Vertragsverletzungsverfahren der EU zu entgehen, verpflichtet sich die Landesregierung, die noch verbleibende freie Fließstrecke der Traun zwischen Gmunden und Wels und die angrenzenden Wälder (Kulturlandschaft) zum Naturschutzgebiet zu erklären. Dadurch wird der Bau des Kraftwerks Saag verhindert. Angedroht hatten das Verfahren die NGOs WWF und BIRD LIFE.

11.3.: Während Vertreter der NaturschützerInnen mit der OKA (Oberösterreichische Kraftwerke AG) Verhandlungen führen, räumt die Gendarmerie das große "Sibirien-Camp". Die UmweltaktivistInnen geben nicht auf und beschließen, den Widerstand fortzuführen.

19.3.: Landeshauptmann Pühringer kommt nach Stadl-Paura und wird von 200 erbosten BürgerInnen mit einem Pfeifkonzert empfangen. Er erklärt, von einem Unbekannten einen Faustschlag erhalten zu haben.

25.3.: Ein Pensionist aus Stadl-Paura wird von einer Baggerschaufel erfasst und ins Spital eingeliefert.

8.4.: Am Höhepunkt der Aktionswoche "Ostern in der Au" forsten hundert Kinder einen Teil der Au wieder auf.

11.4.: Der Verwaltungsgerichtshof hebt den Wasserrechts-Bescheid wegen grober Verletzung der Verfahrensvorschriften auf. Die OKA verkündet den sofortigen Baustopp.

4.5.: Freudenfest in der Au.

Sommer 1996
Das Landwirtschaftsministerium behebt in der Neuverfassung des Wasser-Rechtsbescheids die Mängel, die der Verwaltungsgerichtshof erhoben hatte.
Der Berufung eines privaten Brunnenbesitzers aus Edt wird nicht stattgegeben. Damit sind alle rechtlichen Möglichkeiten zur Verhinderung des Baus ausgeschöpft.

Herbst 1997
Landeshauptmann Pühringer (ÖVP) verliert bei der Wahl die absolute Mehrheit. Dennoch bestimmt die ÖVP mit den Stimmen der SPÖ, die während des Konflikts immer gegen den Bau war, die endgültige Errichtung des Kraftwerks.

Mai 2000
Eröffnung des Kraftwerks Lambach.

Quelle: Medienberichte

Letztes Update: 04/2015

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org