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Die Auseinandersetzungen um den Bau des Donaukraftwerks Hainburg

22.12.1983
Von den zuständigen politischen Gremien wird das von den Donaukraftwerken geplante Kraftwerk im Raum Hainburg zum "bevorzugten Wasserbau" erklärt.

7.5.1984
Ein überparteiliches Personenkomitee – zum Teil in Tiermasken – stellt das Konrad-Lorenz-Volksbegehren, das sich gegen den Kraftwerksbau richtet, der Öffentlichkeit vor. Proponenten sind unter anderem der Schriftsteller Peter Turrini, der heutige Obmann der Vorarlberger Freiheitlichen Hubert Gorbach und der SPÖ-Abgeordnete Josef Cap.

Rund 15.000 Menschen beteiligten sich am 17.5.1984 auf dem Heldenplatz an einer Kundgebung FÜR den Bau des Kraftwerks Hainburg, © Votava, Wien

17.5.1984
40.000 Bauarbeiter demonstrieren auf dem Heldenplatz für die Errichtung des Kraftwerkes. Die Hauptrede bei dieser Kundgebung hält Josef Hesoun, der Chef der Bauarbeitergewerkschaft, Präsident der Niederösterreichischen Arbeiterkammer und späterer Sozialminister.

26.11.1984
Nachdem die Niederösterreichische Landesregierung als Naturschutzbehörde und das Landwirtschaftsministerium am 5.12.1984 das behördliche Verfahren abgeschlossen hatten, wird bei Stopfenreuth mit den Arbeiten begonnen.

8.12.1984
Die Österreichische Hochschülerschaft organisiert einen "Sternmarsch", mehrere hundert Personen bleiben in der Au und erzwingen die Einstellung der Rodungsarbeiten.

Am 19.12.1984 entfernen Polizisten DemonstrantInnen aus der Stopfenreuther Au bei Hainburg, um den Arbeitern den Beginn der Rodungen zu ermöglichen.© Votava, Wien

19.12.1984
Nachdem die Au zum Sperrgebiet erklärt worden war, kommt es zu Zusammenstößen zwischen 2.000 Polizisten und 4.000 AubesetzerInnen, bei denen 26 Personen verletzt werden.

21.12.1984
Die Bundesregierung verhängt einen Rodungsstopp. Die Vehemenz der Auseinandersetzung bewirkt ein Umdenken in der Regierung.

4.-11.3.1985
Das Konrad-Lorenz-Volksbegehren wird durchgeführt, es verlangt u. a. ein Verbot von Großkraftwerken wie Hainburg und die Errichtung eines Nationalparks im Gebiet von Hainburg und wird von 353.906 Personen unterzeichnet.

1.7.1986
Der Verwaltungsgerichtshof hebt den Wasserrechtsbescheid auf. Der Baustopp wird verhängt.

Seit 1996
gehört das Gebiet der Hainburger Au zum Nationalpark Donau-Auen.

Quelle: Jochum, Manfred / Olbort, Ferdinand (Hg.): "80 Jahre Republik Österreich". Verlag Eugen Ketter.- Wien 1998

Letztes Update: 04/2015

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