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Wien darf nicht Chicago werden!

Wahlplakakt der FPÖ für die Wiener Gemeinderatswahl vom 10. November 1991

Die Wiener Gemeinderatswahlen vom 10. November 1991 bestritt die FPÖ v.a. mit dem Slogan "Wien darf nicht Chicago werden!", auf den sie auch 1996 unter dem Motto "Wir bleiben dabei: Wien darf nicht Chicago werden" zurückgriff.

Affichiert wurde der Slogan 1991 plakatfüllend in großen weißen Lettern auf schwarzem Hintergrund. Neben dem Slogan selbst war auf den Plakaten nur das Logo der Partei bestehend aus einem rot-blauen "F" vorhanden, auf das ein Lichtkegel (ein Spot) fällt.

Die Aufmerksamkeit der BetrachterInnen sollte somit gezielt auf den Slogan und das Logo der Partei gelenkt werden, wobei ? so die Plakataussage ? eben jene das garantiert, wovor das Plakat warnt, nämlich davor, dass "Wien Chicago wird". Verstanden wird Chicago in der Logik der FPÖ dabei als Chiffre für eine steigende Kriminaliät, hervorgerufen durch eine zunehmende Migration. Die realen Gegebenheiten (wie sehen die Lebensbedingungen der MigrantInnen aus, wie hoch ist ihr Anteil an der Kriminalität wirklich) interessieren dabei nicht, vielmehr geht es darum, das Feinbild "Ausländer" zu transportieren. Ausdruck dieser Politik war nicht zuletzt das "Ausländer raus" ("Österreich zuerst")-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1992, gegen das am 23.1.1993 in ganz Österreich hunderttausende Menschen demonstrierten ("Lichtermeer" in Wien).

Zu den Geimenderatswahlen vom 10. November 1991:

Bei den Gemeinderatswahlen vom 13. November 1991 waren insgesamt 1.125.058 WienerInnen wahlberechtigt. Von den insgesamt 735.990 abgegebenen Stimmen waren 718.306 Stimmen gültig. Die Wahlbeteiligung betrug 65,42%.

Die gültig abgegebenen Stimmen verteilten sich folgendermaßen auf die kandidierenden Parteien:

SPÖ: 343.403 der abgegebenen Simmen (47,81%), 52 Mandate
FPÖ: 161.904 der abgegebenen Stimmen (22,54 %), 23 Mandate
ÖVP: 129.678 der abgegebenen Stimmen (18,05%), 18 Mandate
Grüne: 65.245 der abgegebenen Stimmen (9,08%), 7 Mandate
VGÖ: 13.035 der abgegebenen Stimmen (1,8%), 0 Mandate
KPÖ: 4.598 der abgegebenen Stimmen (0,64 %), 0 Mandate

Den Einzug in den Wiener Gemeinderat schafften somit die SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne. Die SPÖ konnte zwar ihre Mandatsmehrheit erhalten, verlor gegenüber den vorhergehenden Wahlen im Jahr 1987 aber deutlich (zuvor 54, 9% der Stimmen und 62 Mandate). Massive Verluste zu verbuchen hatte die ÖVP (1987 28,4% der Stimmen und 30 Mandate), während die FPÖ und die Grünen zu den eindeutigen Wahlgewinnern zählten. So wurde die FPÖ bei den Gemeinderatswahlen 1991 erstmals zur zweitstärksten Partei in Wien (1987 9,7% der Stimmen und 8 Mandate); den Grünen gelang 1991 erstmals der Einzug in den Wiener Gemeinderat.

Quelle: Rauchenberger, Josef, Stichwort Demokratie. 50 Jahre Zeitgeschehen, Wien 1994.

Plakatdokumentation Kunisch

Schlagworte: Integration, Kommunalpolitik, Migration, Parteien, Wahl, Wien, Zuwanderung

© Demokratiezentrum Wien

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