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Plakatwand, 1959

Wahlplakate für die Nationalratswahl vom 10. Mai 1959

Bei den Nationalratswahlen 1959 stellten sowohl ÖVP als auch SPÖ ihren Spitzenkandidaten, Bundeskanzler Julius Raab bzw. SPÖ-Vorsitzenden Bruno Pittermann, in den Mittelpunkt der Wahlwerbung. Während die ÖVP die WählerInnen aufforderte, Raab "zu vertrauen", ließ die SPÖ die WählerInnen wissen, dass Pittermann ein Kandidat für alle WählerInnen ist, womit sie auch WählerInnen jenseits der SPÖ-StammwählerInnen ansprechen wollte.

Als Logo verwendete die ÖVP sowohl den schlichten Schriftzug ÖVP in schwarzer Farbe, der "Parteifarbe" der ÖVP, als auch den Schriftzug ÖVP in Serifenschrift, wobei das "V" (für "Volk") sowohl durch seine Größe als auch die Farbgebung (rot-weiß-rot) betont und hiermit ausgedrückt wird, dass es der ÖVP um das "österreichische Volk" geht. Deutlich wird dies etwa auf jenem Wahlplakat, dass die "Schreckkoalition" SPÖ-KPÖ Hand in Hand unter dem Titel "Ein Unglück kommt selten allein" zeigt, wo das schwarze Parteilogo verwendet wurde bzw. auf jenem Plakat, das Julius Raab inszeniert und mit dem neuen Logo der Partei signiert wurde.

Das alte Parteilogo der SPÖ, die Drei Pfeile, das die SPÖ bereits seit den beiden letzten Wahlgängen von ihren Plakaten verdrängt hatte, sowie Hammer und Sichel, verwendete die ÖVP hingegen zur Bezeichnung von SPÖ und KPÖ. Die SPÖ bezeichnete sich auf den Plakaten 1959 lediglich mit "Liste 2" oder mit roten Schriftzug "SPÖ" bzw. "Sozialistische Partei", wie bereits bei den vorhergehenden Wahlen.

Zur Nationalratswahl vom 10. Mai 1959:

Bei der Nationalratswahl vom 10. Mai 1959 kandidierten insgesamt fünf Parteien: ÖVP, SPÖ, FPÖ, Kommunisten und Linkssozialisten, Bund demokratischer Sozialisten. Die ÖVP erreichte 1,928.043 bzw. 44,2% der abgegebenen Stimmen, die SPÖ 1,953.935 bzw. 44,8% der abgegebenen Stimmen, die FPÖ 336.110 bzw. 7,7% der abgegebenen Stimmen, die Kommunisten und Linkssozialisten 142.578 bzw. 3,3% der abgegebenen Stimmen, der Bund demokratischer Sozialisten 2.190 bzw. 0,1% der abgegebenen Stimmen. Den Einzug in den Nationalrat schafften ÖVP, SPÖ und FPÖ, wobei die SPÖ trotz Stimmenmehrheit aufgrund des bestehenden Wahlrechts ein Mandat weniger als die ÖVP erhielt. Die Mandate verteilten sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien: ÖVP 79 Mandate, SPÖ 78 Mandate, FPÖ 8 Mandate.

Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Schlagworte: Demokratie, Parteien, Wahl

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