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Raus aus der Naturzerstörung

Wahlplakat der Grünen für die Nationalratswahl vom 3. Oktober 1999

Die Grünen bearbeiteten im Wahlkampf 1999 vor allem die Themen Zukunft, Opposition und Engagement. Sie titulierten sich als "die erfolgreiche Opposition? und symbolisierten mit dem Symbol des Fluchtweganzeigers (Exit-Symbol), das im Wahlkampf 1999 beinahe zu einem zweiten "Parteisymbol" auf den Plakaten der Grünen wird, einen Ausweg aus dem aktuellen politischen Kurs der SPÖ-ÖVP-Regierung.

Das Strichmännchen oder Exit-Symbol zeigt in öffentlichen Gebäuden üblicher Weise einen Fluchtweg an. Im Kontext des Grünen-Plakats zeigt es jedoch einen Ausweg aus der Naturzerstörung hin zum Umweltschutz an, den Spitzenkandidat Alexander Van der Bellen und die Grünen, "kompetent und engagiert", aber auch dynamisch und fortschrittlich, so die Wirkung des seit 1994 verwendeten Parteilogos, beschreiten wollen.

Zur Nationalratswahl vom 3. Oktober 1999:

Bei der Nationalratswahl vom 3. Oktober 1999 kandidierten insgesamt neun Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, LIF, Die Grünen, KPÖ, DU (Die Unabhängigen - Liste Lugner), NEIN (Nein zu NATO und EU Neutrales Österreich Bürgerinitiative) und CWG (Christliche Wählergemeinschaft).

Hiervon schafften folgende Parteien den Einzug in den Nationalrat: SPÖ: 33,2% (1,532.448) der abgegebenen Stimmen oder 65 Mandate, ÖVP: 26,9% (1,243.672) der abgegebenen Stimmen oder 52 Mandate, FPÖ: 26,9% (1,244.087) der abgegebenen Stimmen oder 52 Mandate, Die Grünen: 7,4% (342.260) der abgegebenen Stimmen oder 14 Mandate. Das LIF schaffte 1999 mit 3,65% (168.612) der abgegebenen Stimmen den Einzug in den Nationalrat nicht mehr, ebenso gelang es der erstmals kandidierenden DU (Die Unabhängigen - Liste Lugner) nicht, ins österreichische Parlament einzuziehen.

Den Wahlen folgte die Bildung einer ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der noch im Wahlkampf angekündigt hatte, bei einem Abrutschen auf den dritten Platz in Opposition zu gehen. Nach den Wahlen wurde zunächst Viktor Klima als Vorsitzender der stimmenstärksten Partei, der SPÖ, beauftragt, Sondierungs- bzw. Koalitionsgespräche zu führen. Die Gespräche zwischen SPÖ und ÖVP scheiterten jedoch aus verschiedenen Gründen (Gerüchte über Parallel-Verhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ, Widerstände der SP-Gewerkschaften, die Forderung der ÖVP nach Übernahme des Finanzressorts, wogegen sich die SPÖ wehrte, etc.), worauf FPÖ und ÖVP beschlossen - ohne Auftrag des Bundespräsidenten - Verhandlungen über eine Regierungsbildung aufzunehmen, die zu einem positiven Ergebnis führten. Innerhalb der Europäischen Union wurde dies deutlich kritisch rezipiert und führte zu den so genannten "Sanktionen" der EU-14. Nicht zuletzt deswegen, da Klima inzwischen ein zweites Mal mit der Bildung einer Regierung gescheitert war, gelobte Bundespräsident Klestil am 4. Februar 2000 die erste ÖVP-FPÖ-Regierung an.

Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlung

Schlagworte: Demokratie, Parteien, Umwelt, Umweltpolitik, Wahl

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