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Veranstaltungshinweise

17. März 2010
Hat die Finanzkrise eine Geschlechterdimension? 
   

Ort: ega: frauen im zentrum, Windmühlgasse 26, 1060 Wien
Zeit: 19.00 Uhr
Veranstalter: Renner Institut in Kooperation mit ega: frauen im zentrum

Schon zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 wurde prognostiziert, dass Frauen die größten Verliererinnen der Krise sein werden. Diese Prognose hat sich bis heute bedauerlicherweise mehrheitlich bewahrheitet. Zum einen durch strukturelle Gründe – Frauen arbeiten eher als Männer im Teilzeitbereich, wo besonders gekürzt wurde. Zum anderen gab es eine starke Konzentration der öffentlichen Unterstützung auf männerdominierte Bereiche wie zum Beispiel in der Industrie.
Weiters wird darüber diskutiert, ob eine Krise wie die gegenwärtige durch einen eher von Frauen dominierten Wirtschaftssektor hätte verhindert werden können. In diesem Punkt scheiden sich die Geister. Viele argumentieren, dass, wenn man erst ein ‚Rädchen in der Maschine ist’, man deren Gesetzen folgen muss wobei das Geschlecht keine Rolle mehr spielt.
Wie weiblich ein Wirtschaftssystem aussehen kann, welche Rolle Frauen in der derzeitigen Krise übernehmen und wie sehr sie tatsächlich davon betroffen sind, werden unsere Expertinnen mit Ihnen diskutieren.

Programm:
Begrüßung: BARBARA PRAMMER, Präsidentin des Österreichischen Nationalrats

Diskussion mit:
KARIN KÜBLBÖCK, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung
MARGIT SCHRATZENSTALLER, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
HELENE SCHUBERTH, Senior Advisor, Österreichische Nationalbank


17. März 2010
Wozu erinnern? Podiumsdiskussion: Holocaustgedenken – Gedenkevents – Erinnerungshype 

Ort: Jüdisches Museum - Palais Eskeles, Dorotheergasse 11, 1010 Wien
Zeit: 19.30 Uhr
Veranstalter: Jüdisches Museum Wien, Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW

Am 28. März findet zum zehnten Mal die Gedenkfahrt nach Engerau in Erinnerung an die dort von österreichischen Tätern ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter statt. Dieser Jahrestag ist Anlass, die Frage nach der Sinnhaftigkeit von derartigen Veranstaltungen stellen: Wozu gedenken wir? Warum erinnern wir uns wie an wen?

Auch wenn es menschlich verständlich erscheint, dass nach dem Seilbahnunglück in Kaprun in kürzester Zeit ein Denkmal errichtet wurde; auch wenn das so genannte Tribute nach dem Tod des Pop-Idols Michael Jackson, für das die Stadt Wien bereit gewesen wäre, Hunderttausende Euro bereit zu stellen, in erster Linie kommerzielle Interessen bediente, fällt der Gegensatz zur Unterfinanzierung der meisten Gedenkinitiativen ins Auge, die oft überhaupt auf  privaten Enthusiasmus bauen müssen. Bis an zentralen Plätzen einer Stadt sichtbare Erinnerungszeichen wie das Holocaustdenkmal auf dem Wiener Judenplatz oder das Denkmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka errichtet werden können, müssen jahrzehntelange Auseinandersetzungen geführt werden.

Ist Erinnerung überhaupt zu vergessen und stehen heute nur mehr Trivialisierung und Kommerzialisierung des Gedenkens im Vordergrund? Diesen Fragestellungen soll das Podiumsgespräch nachgehen, das sich kritisch mit der österreichischen Erinnerungskultur auseinandersetzen wird.    

Moderation:
Dr. Peter HUEMER (Journalist und Historiker)

TeilnehmerInnen:
Mag.a Eva BLIMLINGER (Historikerin, Universität für angewandte Kunst)
MMag. Christian GMEINER (Kunstpädagoge und Künstler)
Dr.in Claudia KURETSIDIS-HAIDER (Historikerin, Zentrale Forschungsstelle Nachkriegsjustiz)
Prof. Paul LENDVAI (Journalist) / angefragt
Dr.in Heidemarie UHL (Historikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften)


17. März 2010
"Globalgeschichte der Geschichtspolitik im 20. Jahrhundert" - Vortrag von Berthold MOLDEN

Ort: Hörsaal Druckerei, Eingang Erdgeschoß Hof 5, Dr. Karl Lueger Ring 1, 1010 Wien
Zeit: 18.00-20.00 Uhr

1945 und 1989 gelten nicht nur als Wendepunkte der globalen Ereignisgeschichte, sondern auch in der Entwicklung eines zunehmend konventionalisierten Umgangs von Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit. Arbeiten wie jene von Elazar Barkan oder Daniel Levy und Nathan Sznaider diagnostizieren, dass sich weltweit normierte geschichtspolitische Praxen, ja sogar ein "Globalgedächtnis" ausbilden. Dennoch gibt es bisher wenig empirische Untersuchungen globaler Verknüpfungen, Transfers, Diffusionen und Rückkopplungen in diesem Feld. Der Vortrag diskutiert aktuelle Forschung und offene Möglichkeiten.

Zur Person: Berthold Molden ist im Sommersemester 2010 Gastprofessor am Institut für Geschichte. Zuvor war er Projektleiter am Ludwig Boltzmann Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit. Seine Forschungsfelder liegen periodisch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, thematisch bei Geschichtspolitik und Geschichtsrepräsentationen sowie perspektivisch in transnationaler und Globalgeschichte, mit Schwerpunkten in Lateinamerika, den USA und EU

Moderation: Martina KALLER-DIETRICH


19. März 2010
Abschlussveranstaltung "Coole Schule"

Ort: Media Quarter Marx, 1030 Wien
Zeit: 18.00-20.00 Uhr
Link: www.cooleschule.at
Anmeldung: bis 15. März 2010 an info@cooleschule.at oder per Fax an 01/813 20 13 bzw. per Post an Rotenmühlgasse 17/14, 1120 Wien

Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich Kinder und Jugendliche zusammentun, um für ihre Anliegen zu kämpfen. Die Initiative "Coole Schule" hat das getan - ohne Erwachsene und ohne eine Partei im Hintergrund. Am 19. März feiert sei nach fast sieben Jahren Tätigkeit ihr Abschlussfest.

Das Programm der Veranstaltung ist vielfältig: Es wird ein Film und ein Theaterstück über die Initiative "Coole Schule" gezeigt, Erfahrungen mit der Schulpolitik werden mitgeteilt und eine Abendausstellung eröffnet.


28. März 2010
10. Gedenkfahrt nach Engerau

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Praterstern 1, (vor dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung), 1020 Wien
Programm: www.doew.at
Kosten: EUR 11,-
Anmeldung: bis 20. 3. 2010, Dr. Claudia Kuretsidis-Haider, Tel.: (01) 22 89 469 / 315, e-mail: kuretsidis@hotmail.com

Auch heuer führt die Zentrale österreichische Forschungsstelle wieder eine Gedenkfahrt zu den Gedächtnisorten des ehemaligen Lagers für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Engerau (Petrzalka) in Bratislava durch.

Am 29. März 1945, knapp vor dem Heranrücken der sowjetischen Armee, wurden die für Schanzarbeiten beim Bau des sogenannten "Südostwalls" in Engerau internierten, durch Hunger und Krankheit gesundheitlich schwer gezeichneten ungarischen Juden vom Lager Engerau in einem Todesmarsch über Wolfsthal und Hainburg zur Donau bei Bad Deutsch-Altenburg getrieben, wobei mehr als hundert Menschen durch Entkräftung zu Tode kamen oder erschlagen bzw. erschossen wurden. Ein großer Teil der aufgrund der unvorstellbaren hygienischen Bedingungen oder durch grausamste Misshandlungen stark geschwächten Lagerinsassen kam bereits vor der Evakuierung des Lagers ums Leben oder wurde von der Wachmannschaft ermordet.

Informationen zum Thema:
Claudia Kuretsidis-Haider, "Das Volk sitzt zu Gericht". Österreichische Justiz und NS-Verbrechen am Beispiel der Engerau-Prozesse 1945-1954, Studien-Verlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2006, 496 Seiten, EUR 53,- (Reihe: Österreichische Justizgeschichte, Band 2)


27. April, 4./11./18./25. Mai
KZ-Verbrechen in Majdanek - Der Düsseldorfer Prozess
Mit Ausschnitten aus dem Dokumentarfilm von Eberhard Fechner

Ort:
Dauerausstellung des DÖW (1010 Wien, Altes Rathaus, Innenhof)
Zeit: Beginn jeweils um 18.30 Uhr
Link: www.nachkriegsjustiz. at

Zwar gelang es dem aus Österreich stammenden SS- und Polizeiführer Lublin Odilo Globocnik nicht, das ursprünglich als Lager für sowjetische Kriegsgefangene eingerichtete "KL Lublin" zu einem Konzentrationslager mit den geplanten gigantischen Ausmaßen auszubauen; dennoch wurde das Konzentrationslager in Majdanek zur zentralen "Relais-Stelle" für den Massenmord der Aktion Reinhardt. Zahlreiche österreichische Angehörige der Lagerwache, der in Lublin stationierten SS- und Polizeieinheiten sowie Kapos des KZs waren in die Verbrechen in Majdanek involviert.

Den Prozessen der unmittelbaren Nachkriegszeit in Polen sowie der 1970er und 1980er Jahre in Deutschland (v.a. der Düsseldorfer Majdanek-Prozess von 1975-1981) mit mehreren Höchsturteilen standen in Österreich umfangreiche Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Graz gegenüber, die allerdings zu keiner Anklage führten.

Was wissen wir heute über die Verbrechen, die im Konzentrationslager Majdanek/ Lublin begangen wurden und welcher Beitrag zur Erforschung konnte im Rahmen des großen Düsseldorfer Prozess geleistet werden? Welche Verbindungen bestehen zu Österreich und welche Rolle kam den jüdischen Zeuginnen und Zeugen zu?

An fünf Abenden können die BesucherInnen dieser Veranstaltung durch Vorträge und Diskussion mit den MitarbeiterInnen der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz mehr zu diesem Themenkomplex erfahren. Als zentraler Bezugspunkt dient der in den Jahren 1976- 84 entstandene vierstündige Dokumentarfilm "Der Prozess" von Eberhard Fechner, der in Ausschnitten gezeigt werden wird.

Programm:
Dienstag 27. April 2010: Dr. Winfried R. GARSCHA / Mag.ª Julia HARTUNG
Der Düsseldorfer Prozess (1975-1981) und seine filmische Dokumentation

Dienstag, 4. Mai 2010: Dr. Winfried R. GARSCHA / Dipl.-Ing. Andrzej SELEROWICZ
Der Österreicher Globočnik und "sein" KZ in Lublin

Dienstag, 11. Mai 2010: Mag.ª Julia HARTUNG / Mag. Siegfried SANWALD
Die Rolle der jüdischen ZeugInnen im Düsseldorfer Prozess

Dienstag 18. Mai 2010: Dr.in Claudia KURETSIDIS-HAIDER / Mag. Siegfried SANWALD
Hermine Braunsteiner und Erna Wallisch – österreichische SS-Aufseherinnen in Majdanek

Dienstag, 25. Mai 2010: Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider / Dipl.-Ing. Andrzej Selerowicz
Majdanek vor Gericht: Höchststrafen – Skandalurteile – verweigerte Gerechtigkeit

VHS-Kurs FV712, gefördert von der AK Wien. Kursbeitrag: 6 €

Anmeldung und Bezahlung im Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung: 01/216 19 62 eMail: office@jud-institut-wien.at





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Demokratiezentrum Wien
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