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Veranstaltungen 

Veranstaltungen des Demokratiezentrum Wien

 

State of Democracy (STOD)

Politische Legitimität auf dem Prüfstein

Konferenz des Conflict - Peace - Democracy Clusters (CPDC)

Termin: am 15./16. März 2018

Ort: Karl-Franzens Universität Graz

Das Modell der repräsentativen Demokratie sieht sich in den letzten Jahren mit verschiedenen Kritiken und Herausforderungen konfrontiert, vielfach wird von einer Krise der Demokratie oder von Legitimitätsdefizit gesprochen. Obwohl diese Kritiken auf verschiedenen Ebenen angesiedelt sind, scheint es aber eine Gemeinsamkeit zu geben:  der Ruf nach „mehr direkter Demokratie“ oder mehr Möglichkeiten der „Teilhabe“ durch Bürgerinnen und Bürger. Der Conflict-Peace-Democracy Cluster untersucht daher in Theorie und Empirie, inwiefern die Forderung nach einem Ausbau von Partizipation auf lokaler Ebene zur geforderten Stärkung von demokratischer Legitimität beitragen kann.

Aufbauend auf bzw. begleitend zu diesem Projekt organisiert der CPDC eine wissenschaftliche Konferenz, auf der mehrere Aspekte des umfangreichen Forschungsvorhabens diskutiert werden. Drei zweistündige Panels mit jeweils zwei ReferentInnen und einem/einer Discussant sind geplant. Dabei steht neben den Inputs der ReferentInnen und den Kommentaren des Discussants Zeit für Diskussionen mit dem Publikum zur Verfügung.

Am Donnerstag-Abend (15.3.2018) findet eine Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit Klaus Poier (Universität Graz, Forum Alpbach) statt, auf der ExpertInnen aus Theorie und Praxis die Thematik aus aktueller, (tages-)politsicher Hinsicht diskutiert werden soll. Direkte Demokratie (als anscheinend synonym zu Partizipation) wird besonders von rechten Parteien vehement eingefordert. Häufig mit dem Verweis auf die vorbildlich demokratische Schweiz – ohne erhebliche Unterschiede in Sozialisation und politischer Kultur zu erwähnen. 

 

Am Freitag (16.3.2018) findet die wissenschaftliche Konferenz statt. Tagungsort ist die Universität Graz. Die Veranstaltung richtet sich an das einschlägige wissenschaftliche Publikum sowie an Studierende bzw. die interessierte Öffentlichkeit.

Panel-Themen und ReferentInnen

1) Rechtliche Inklusion und Exklusion im demokratischen System: 

Steigende (kurzfristige) Mobilität der Menschen, langfristige Zuwanderung und Globalisierungsprozesse führen in Demokratien, die formale Partizipationsrechte an die Staatsbürgerschaft knüpfen, zu wachsenden Bevölkerungsgruppen ohne formale Beteiligungsrechte. Daraus resultiert mittelfristig ein Legitimationsdefizit. Das Panel beleuchtet die Problematik der rechtlichen Exklusion aus der normativen und konzeptionellen Sicht. Einerseits wird in der Wissenschaft grundsätzlich das Spannungsfeld zwischen einem Menschenrecht auf politische Teilhabe und dem Recht von Nationalstaaten zur Bestimmung über Aus- und Einschluss in die Bürgerschaft diskutiert. Andererseits wurden bisher verschiedene Konzepte von Citizenship – als flexiblere, breiter verstandene Konzeption von Staatsbürgerschaft – entwickelt und vorgeschlagen. 

9.00–11.00 Uhr

ReferentInnen:

Guido Schwellnus, Universität Graz, Rewi
„Inklusion für Igel: Die Integrität der Integrations- und Autonomieprinzipien und ihre Bedeutung für Partizipationsrechte in pluralen Gesellschaften“

Jeremias Stadlmair, Universität Wien, Institut für Politikwissenschaften
Staatsbürgerschaftsregime in vergleichender Perspektive – inklusiv/exklusiv?

Discussant: Susanne Reitmair-Juárez, Demokratiezentrum Wien

Moderation:  Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung

Pause: 11.00–11.30 Uhr

2) Transnationalisierung politischer Systeme und neue Formen der Partizipation

Globale Herausforderungen, Prozesse der Globalisierung und – als regionales Beispiel – die europäische Integration führen dazu, dass die nationale Gestaltungs- oder Entscheidungsmacht von PolitikerInnen beschränkt und die Legitimationskette immer länger wird. Besonders in den letzten Jahren der vielschichtigen „Krisen“ der bzw. in der EU wird die fehlende (oder zu schwache) demokratische Legitimität sowie eine verloren gegangene politische Vision für Europa kritisiert. In der wissenschaftlichen Diskussion stehen den Analysen der Defizite aber auch konkrete Vorschläge für eine Vertiefung oder Demokratisierung der EU gegenüber. Darüber hinaus fordern verschiedene zivilgesellschaftliche Bewegungen mehr Mitsprache und Möglichkeiten der unkonventionellen Partizipation auf allen Ebenen (lokale, nationale, europäische, internationale) ein. Dies wirft auch die Frage auf, welche Akteure letztlich innovative Beteiligungsformate entwickeln und erfolgreich einfordern können. 

11.30–13.30 Uhr

ReferentInnen:

Grazia Prontera, Universität Salzburg
„Gewährte Räume, erorberte Räume. Politische Partizipation von MigrantInnen in München und Bologna des 20. Jahrhunderts“

Christian Hiebaum, Rechts- und Sozialphilosophie sowie Rechtssoziologie, Universität Graz
„Demokratische Partizipation jenseits des Staates als Problem des politischen Kosmopolitismus“

Discussant: Tamara Ehs, IG Demokratie (angefragt)

Moderation: Andrea Warnecke, ÖSFK

Mittagspause: 13.30–15.00 Uhr

3. Strukturelle Voraussetzungen für mehr Partizipation

Der Ruf nach mehr Partizipationsmöglichkeiten auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer/transnationaler Ebene wird auch von Diskussionen über notwendige Voraussetzungen für eine offenere, partizipativere politische Kultur begleitet. Im Dritten Panel werden einerseits strukturelle Bedingungen diskutiert, die eine (konventionelle oder unkonventionelle) Partizipation in der Praxis erleichtern oder erschweren (bspw. sozioökonomische Faktoren, Geschlecht, formale Bildung, etc.) und andererseits wird auf die immer wieder erhobene Forderung nach einer Stärkung der Politischen Bildung eingegangen. Diskussionsfragen sind unter anderem, wie faktische Zugangshürden zu Partizipationsprozessen gesenkt werden können oder welche Politische Bildung gemeint ist bzw. notwendig wäre.

15.00–17.00 Uhr

ReferentInnen:

Norbert Kersting, Universität Münster

Rita Trattnigg, Institut für kulturellen Wandel (angefragt)

Diskussion aktueller Beispiele von Partizipationsprozessen in Österreich

Moderation: Maximilian Lakitsch, Universität Graz

  


 

Workshops zum Themenbereich Integration und Migration

Termine: laufend (individuell buchbar)

Ausgehend von der Wanderausstellung Migration on Tour bietet das Demokratiezentrum Wien Workshops zu den Themen Integration und Migration. Die Workshops geben einen Überblick über historische Migrationsmuster und aktuelle Zuwanderungstrends sowie Integrationsbereiche. Aufbauend auf den Vorstellungen und Meinungen der SchülerInnen wird ein intensiver Dialog mit und unter den SchülerInnen geführt. Die SchülerInnen erarbeiten anhand konkreter Aufgabenstellungen eigenständig ein differenzierteres Wissen über Ursachen für und Herausforderungen im Kontext von Migration. 

Weitere Informationen

 


 

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Online-Ausstellung

Begleitende und ergänzende Online-Ausstellung zur Wanderausstellung: www.migrationontour.at

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