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Digitale Archive

Archive im digitalen Wandel. Immer mehr Wissen entsteht heute in digitaler Form und wird auch in solcher Form gespeichert.
Quelle: stock.xchng

Archiv

Unter Archiv im klassischen Sinn wird zumeist "eine Institution oder Organisationseinheit, die Archivgut erfasst, erschließt, erhält und zugänglich macht", verstanden. Im übertragenen Sinne wird unter "Archiv" aber auch "ihr Gebäude oder dort verwaltete Unterlagen" bezeichnet

→ Archivschule Marburg

Veränderungen des Archivs

Durch die digitale Revolution haben sich der Begriff des Archivs, aber auch die Erwartungen, die an dieses herangetragen werden, und seine Aufgaben massiv geändert. Der Einzug der digitalen Technologie ins Archiv sollte zu einer wahren Revolution des Archivs beitragen. Bereits vorhandene analoge Bestände – seien diese Text-, Bild-, Audio- oder Videodokumente – sollten als Teil unseres kulturellen Erbes digitalisiert werden. Verbunden war hiermit nicht selten der Wunsch nach einem besseren Zugang für eine breitere BenutzerInnenschicht. Gleichzeitig stellte sich mit dem Aufkommen neuer, digital entstandener Medien die Frage nach deren Speicherung und Archivierung.

→ Internet Archive
→ Archivierung digitaler Medien in Österreich

Das digitale Archiv

Das digitale Archiv – existent vor Ort oder im World Wide Web – war geboren. Das Archiv als einstmals örtlich verwendeter Begriff hörte damit auf zu existieren bzw. gewann mit dem Internet einen neuen virtuellen Raum hinzu. Gleichfalls veränderte sich der Zeitfaktor. Wurden im Archiv klassischerweise nicht mehr benötigte "abgeschlossene Aufzeichnungen“ aus der Verwaltung abgelegt, wurde die Trennung zwischen Archivierung und Verwendung, zwischen Vergangenem und Gegenwart brüchig. Und auch hinsichtlich der Verknappung zeigten sich massive Veränderungen. Archivieren im herkömmlichen Sinn heißt neben "erfassen, bewerten, erschließen, aufbewahren und bereitstellen" immer auch die Auswahl an "archivwürdigem Gut". Mit der digitalen Revolution kam es nun aber nicht nur zu einer massiven Zunahme an digitalen Gütern, sondern auch zu einer leichten Dupliziermöglichkeit digitaler Quellen, die den Grundstock für ein rasches Anwachsen digitaler Archive schuf.

→ i2010 Digital Libraries Initiative

Herausforderungen und Problemstellungen

Nach der anfänglichen "digitalen Euphorie" wurde im Laufe der letzten Jahre zudem immer deutlicher, welche neuen Problemfelder oder Herausforderungen sich auftun: die Entwicklung von Standards, was die technische und inhaltliche Erfassung und Verwaltung digitaler Güter betrifft, jene der Langzeitarchivierung verbunden mit dem Problem rasch wechselnder Trägerformate und riesiger vorhandener Datenmengen; eine unbefriedigende bzw. unzeitgemäße Rechtssituation, was die Bereitstellung digitaler Güter im Internet betrifft; die Durchsuchbarkeit digitaler Archive sowie die offene Frage, wer (auf Dauer) die Archivierung digital, im Internet entstandener Quellen übernimmt und somit die für unsere Gesellschaft so wichtige Gedächtnisfunktion in der Zukunft übernimmt.

→ UNESCO Charter on the Preservation of the Digital Heritage

Wie Vrääth Öhner festhält, ist somit, wenn heute von "digitalen Archiven“ gesprochen wird, weniger von "konkreten Realisierungen, sondern mehr von Erwartungen, Prognosen und Zukunftsszenarien die Rede. Das digitale Archiv ist heute – abgesehen von solch engen Definitionen, wonach es einen (virtuellen oder physisch greifbaren) Raum umfasst, in dem digitale Güter archiviert werden – v.a. eine Chiffre oder ein Platzhalter für eine Reihe von Problemen bzw. spezifischen Problemkonstellationen, deren Lösung noch aussteht.

→ Vrääth Öhner: Digitale Archive
(Demokratiezentrum Wien, 2005)

Maria Wirth
(Last Update07/2009)

© Demokratiezentrum Wien

Datamining

Text von Andrey Rzhetsky zum Thema Dataminig

Content for Competitiveness

Strengthening the European Creative Industries in the Light of the i2010-Strategy. ExpertInnentagung im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft, Wien, 2./3.3.2006

An Expedition to European Digital Cultural Heritage

Collecting, Connecting - and Conserving? Internationale Konferenz am 21./22. Juni 2006 in der Residenz zu Salzburg im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft 2006

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