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Weltstadt Wien

SPÖ-Wahlplakat für die Wiener Gemeinderatswahl vom 17. Okt. 1954
Quelle: ÖNB, Plakatsammlung
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In den 1950er Jahren kam es zu einem ersten Modernisierungsdiskurs. Ein Jahrzehnt nach Kriegsende waren die Trümmer der Zweiten Weltkrieges beseitigt, die Wiener und mit ihr die gesamtösterreichische Wirtschaft befand sich in einem stürmischen Boom, der als "Wirtschaftswunder" bekannt wurde und zu Vollbeschäftigung führt. Von Seiten der politischen Parteien wurden im Wahlkampf nicht mehr nur sozio-ökonomische Forderungen erhoben, sondern plakatiert, dass "Wien Weltstadt werden muss".

Mit dem 20stöckigen Ringturm von Erich Boltenstein wurde – nach dem ersten "Hochhaus"-Bau in der Wiener Herrengasse aus den 1930er Jahren – der erste "Skyscraper" gebaut und Wien damit jenes Symbol gegeben, das im 20. Jahundert wie kein anderes für Urbanität stand. Die von Roland Rainer geplante neue Wiener Stadthalle, neue Bahnhöfe (Süd- und Westbahnhof), die Opernpasse etc. sollten weitere Signale für einen neuen Abschnitt in der Stadtentwicklung als Teil der "Wiedergewinnung der Moderne" und einer Anknüpfung an das internationale Leben sein.

Wahlplakat der SPÖ für die Wiener Gemeinderatswahl vom 25. Oktober 1959 Quelle: Plakatdokumentation Kunisch
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Das kulturelle Leben hatte bereits seit Ende der 1940er Jahre wieder an Dynamik gewonnen: im Kabarett mit Helmut Qualtinger, Karl Merc oder Gerhard Bronner, der Literatur mit H.C. Artmann, der Malerei mit der Wiener Schule des Phantastischen Realismus oder Künstlern wie Rudolf Hausner, Ernst Fuchs, Maria Lassnig, Arnulf Rainer und Wolfgang Hutter.

Davon, eine pulsierende Weltstadt zu sein, war Wien trotz aller Bemühungen der Stadtregierung und Veränderungen in der Kulturlandschaft jedoch noch weit entfernt. Mit Städten wie London und Paris konnte es nicht mithalten; in Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft hatte der Nationalsozialismus und die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung deutliche Spuren hinterlassen, das konservative Nachkriegsklima war dominierend.

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