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Neues Thema Umweltschutz

Mit dem Umweltschutz tauchte Ende der 1970er, Anfang der 1980er ein neues gewichtiges Thema in der Wahlwerbung der kandidierenden Parteien auf. Im Zuge der sich entwickelnden Umweltbewegung rund um die Volksabstimmung um die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf 1978 bzw. den Bau des Donaukraftwerks in Hainburg 1984 bildeten sich eigene Grün-Parteien – in Wien kandidierte erstmals 1978 eine Grünpartei bei den Gemeinderatswahlen –, zugleich griffen auch die etablierten Parteien das Thema Umweltschutz auf.

Wahlplakat der ÖVP für die Wiener Gemeinderatswahl (und Nationalratswahl) am 23. April 1983
Quelle: Plakatdokumentation Kunisch
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Wahlplakat der ÖVP für die Wiener Gemeinderatswahl (und Nationalratswahl) am 23. April 1983
Quelle: Plakatdokumentation Kunisch
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So machte besonders die Wiener ÖVP den Umweltschutz als Beitrag zur "Stadt der Menschen" zu einem wichtigen Anliegen im Wahlkampf 1983. Verantwortlich hierfür war en v.a. der neue Parteiobmann Erhard Busek und seine "bunten Vögel", die auch die Plakate jener Zeit prägen. Auf diesen kämpfen Vögel in allen Farben des Regensbogens als Symbol der Erneuerung gegen grau-schwarze Saurier, die für Stillstand, Beharren auf dem Alten stehen und die SPÖ repräsentieren.

Wahlplakat der ÖVP für die Wiener Gemeinderatswahl (und Nationalratswahl) am 23. April 1983
Quelle: Plakatdokumentation Kunisch
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Busek leitete als neuer Parteiobmannn der ÖVP organisatorische und programmatische Reformen ein. Er konnte parteifremde Personen für die ÖVP gewinnen (wie etwa den Journalisten Alfred Worm, den Literat Jörg Mauthe oder den Verfassungsrechtler Manfried Welan) und trat für neue Partizipationsmöglichen, v.a. einen Ausbau direktdemokratischer Beteiligungsformen – in der ÖVP und in Wien – ein. Mit der "Pro Wien" wurde eine Anlaufstelle für engagierte BürgerInnen geschaffen, die sich in der Politik, nicht aber ihm Rahmen der ÖVP-Parteistruktur einbringen wollten.

Die BürgerInnen wurden aufgefordert, "die Stadt in Besitz" zu nehmen (etwa auch durch das 1978 erstmals stattfindende Stadtfest als Gegenpol zum sozialistischen Maiaufmarsch); das "Grätzel" als umliegendes Lebensfeld sollte an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig wurde ein neuer Umgang mit der Altbaustruktur, deren Sanierung und Erhaltung im Zuge der sich etablierenden "Alternativbewegung" gefordert. Teil der Modernisierung von Wien sollten somit nicht nur weitere Bauvorhaben sein, sondern auch die Erhaltung des Alten – auch wenn es sich dabei nicht um die imperialen Zeugnisse der k-und k-Monarchie handelt, mit denen Wien im In- und Ausland TouristInnen für einen Städtebesuch damals warb und es noch heute tut.

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