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Plakat für ein Konzert der Gruppe Chicago in Wien, 1.9.1977
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlun

Der Städtevergleich als "symbolic management"

Die Komplexität der großen Städte verlangt nach Vereinfachungen. All jene, die mit der Großstadt zu leben haben – als BewohnerInnen, als StadtplanerInnen, als WissenschaftlerInnen – kommen nicht aus ohne das, was in der Sprache der Wissenschaft "symbolic management" oder "mental mapping" heißt. Ein solches "symbolic management" reduziert die Komplexität der Stadt und die Fülle der Eindrücke, der jede "NutzerIn" der Stadt ausgesetzt ist, auf handhabbare "Erzählungen", Images oder Ikonen.

Zu den Grund-Mustern dieses Begreifens der (eigenen) Stadt gehört der Vergleich mit anderen Städten, die dabei freilich gar nicht eigens "erfahren" werden müssen: Allemal reicht es aus, eine andere Stadt als Image, als Chiffre zu setzen, um ein ganz bestimmtes Bild oder einen Eindruck hervorzurufen. Oft werden solche Vergleiche in der öffentlichen Darstellung in die Form des "ist-wie" oder "soll-nicht-sein-wie" gefüllt. Eine solche Reduktion der Vielfalt durch den Verweis auf eine andere Stadt und ihr Image kann gelegentlich die Kennzeichen einer Großstadt "zur Kenntlichkeit verzerren". Aber ebenso können auf diese Weise die Städte polemisch zur Unkenntlichkeit verzerrt werden.

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