zur normalen Ansicht

Themen > Wien > Partizipation in Wien > Studie Partizipationsformen > Die Agendagruppen in der Praxis 

Die Agendagruppen in der Praxis

Agendagruppen werden teilweise als eigenständige Gruppen mit starkem Themenfokus betrieben, können als Netzwerke für bestimmte Grätzl dienen oder als Kooperativprojekte mit anderen Institutionen zusammen umgesetzt werden. Laut der Vorsitzenden der LA 21 Geschäftsstelle Binder-Zehetner werden innerhalb der Agendagruppen und ihrer Projekte recht stark die Themen öffentlicher Raum und Verkehrsgestaltung bearbeitet. Das Thema Zusammenleben und Nachbarschaft in Diversität tritt aber immer stärker in den Vordergrund. Von den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit werden am offensichtlichsten die ökologische und soziale Dimension thematisiert. Die ökonomische Dimension wird eher implizit, vorrangig durch die Beanspruchung öffentlichen Raums und die Behauptung von Lebensqualität gegenüber Verwertungsinteressen sowie über Sharing-Plattformen, Nahversorgungs- und Fairtrade-Initiativen, bespielt.

In den neun bereits aktiven Bezirken sind im Moment 73 Agendagruppen aktiv. Die größte Anzahl von Agendagruppen findet sich im Bezirk Landstraße (14), gefolgt von der Donaustadt (10), dem Alsergrund und Wieden (je 9 Gruppen), Liesing (8), Josefstadt und Währing (jeweils 7), Favoriten (6) und Neubau (3). Die Anzahl der Agendagruppen im Bezirk bietet freilich keine Basis für eine Aussage über die organisierten Aktivitäten bzw. deren Intensität.

Obwohl zahlreiche inhaltliche Überschneidungen in Zielsetzung und Wirkung bestehen, wird im Folgenden überblickshaft eine thematische Gruppierung der aktiven Agendagruppen vorgenommen. 

Etwa ein Drittel der Agendagruppen beschäftigt sich mit dem Themengebiet Öffentlicher Raum:

  • zehn Gruppen bearbeiten im weiten Sinne das Thema Mobilität wie bspw. Straßenverkehr und -führung, öffentliche Verkehrsmittel und vor allem Radfahren.
  • zehn Gruppen betreiben Gemeinschaftsgärten oder Begrünungsinitiativen.
  • vier Gruppen beschäftigen sich mit der Belebung und Attraktivierung von Parks oder Straßen.

Des Weiteren bestehen acht Grätzlgruppen, die sich konkret mit der Gestaltung und Planung ihrer Nachbarschaften auseinandersetzen.

Elf Gruppen widmen sich sozialem Austausch und Diversität:

  • sieben beschäftigen sich im weiten Sinn mit dem Thema Integration bzw. Interkulturellem/sprachlichem/religiösem Austausch.
  • bei vier Gruppen steht der intergenerationelle Austausch zwischen Alt und Jung im Vordergrund.

Acht Gruppen beschäftigen sich mit gezielter Bewusstseinsbildung in ihrem Bezirk: 

  • drei Gruppen versuchen das Thema und die Praxis von Fairtrade-Konsum zu fördern.
  • drei Gruppen schaffen via Stolpersteininitiativen ein historisches Bewusstsein und eine lokale Erinnerungskultur für die Shoa. 
  • zwei Gruppen versuchen, öffentliche Kunst und BürgerInnen im Bezirk in Kontakt zu bringen. 

Weitere sieben Gruppen beschäftigen sich vorrangig mit dem Thema Kinder in Form von Bildungsangeboten, Elterntreffs und der Gestaltung von Spielräumen.

Sechs Gruppen beschäftigen sich mit den Themen kollektives Wirtschaften, Sharing bzw. Tauschen und lokalen Märkten (u.a. ist die Idee der Lebensmittelkooperative sehr beliebt).  

Die restlichen acht Agendagruppen lassen sich als Plattformen/Netzwerktypen charakterisieren, die entweder der Verknüpfung interessierter BürgerInnen und/oder Vereinen des Gesamtbezirks dienen oder als Plattformen für spezifische Themen wie etwa ruhige Orte im Bezirk, mehr Bewegung im Freien etc. fungieren.

 

 

Weiter zu:
Einleitung

Das Wiener Petitionswesen: Petitionen als Demokratie-Instrumente
Der Beschluss des Wiener Petitionsgesetzes
Der Weg einer Wiener Petition – Einreichung und Behandlung

Die Lokale Agenda 21 Wien
Ziele der Lokalen Agenda 21 Wien
Organisationsstruktur
Wer kann teilnehmen & Wer nimmt tatsächlich teil?
Die Agendagruppen in der Praxis
Grätzloasen

Literatur

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org