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Medienmacht

Wir leben in einer Mediengesellschaft, die den Gesetzen des Marktes folgt. Die Ökonomisierung der Medienlandschaft ist ein globales Phänomen. Österreich stellt jedoch hinsichtlich der Medienkonzentration im europäischen Vergleich nach wie vor einen Sonderfall dar.

Gab es zu Beginn der Herausbildung der Mediensysteme in Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein differenziertes mediales Angebot an Zeitungen, Zeitschriften und Wochenmagazinen, so kann man in Österreich in der Zweiten Republik ein Zeitungssterben und eine "zunehmende Marktdurchdringung" der beiden Boulevardblätter "Kurier" und "Neue Kronen Zeitung" beobachten (Steinmaurer). Österreichs Presselandschaft stellt sich heute, auch im europäischen Kontext, nach wie vor als Land mit geringer Medienvielfalt und einem hohen Grad an ökonomischer Konzentration dar.

Unter Medienkonzentration versteht man Ausmaß und Umfang, in dem einzelne Unternehmensgruppen eine marktbeherrschende Stellung im Medienbereich eines Staates einnehmen. Dies muss unter mehreren Aspekten kritisch gesehen werden, besonders jedoch unter dem Aspekt der Meinungsvielfalt und Kontrollfunktion der Medien in einer Demokratie. Gibt es wenige mächtige Medienverlage in einem Staat besteht die Gefahr, dass statt kritischer Aufarbeitung der politischen Geschehnisse und Aufdeckung von Missständen eher die Beeinflussung der öffentlichen Meinung zum eigenen Vorteil oder zum Vorteil eines favorisierten politischen Akteurs betrieben wird.
So kontrolliert beispielsweise die österreichische Verlagsgruppe Mediaprint seit ihrem Zusammenschluss mit der Verlagsgruppe News 62% der Auflage aller österreichischen Tageszeitungen, 62% der Auflage aller Wochenpublikationen sowie 100% der Auflage aller politischen Magazine in Österreich (Stand: Oktober 2009). Im europäischen Vergleich ist dies ein sehr hoher Wert der Medienkonzentration. Veränderungen in der österreichischen Medienstruktur sind in erster Linie auf Druck von außen, speziell durch die Europäische Union erfolgt, wie zum Beispiel Liberalisierungsentwicklungen und Marktöffnungen.

Quellen:

diezukunft.at

www.webwizard.at/contator/webwizard/news.asp

 

Last Update 03/2013

Verflechtungen österreichischer Medienkonzerne
aus: Zeitung der Standard, 22.2.2011
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