E-Democracy

Demokratische Gesellschaften im digitalen Wandel
Ein charakteristisches Kriterium der neuen Kommunikationstechnologien ist ihre Ambiguität

Mit der rasanten Verbreitung der neuen Kommunikationstechnologien, hier insbesondere dem Internet als Medium der Informationsgesellschaft, stellt sich auch bei diesen die Frage nach den demokratiepolitischen Möglichkeiten aber auch deren Gefahren. Fördert das Netz die Weiterentwicklung der Demokratie, bietet es mehr Chancengleichheit oder verstärkt es nicht doch eher die sozialen Ungleichheiten? Wie nutzen die politischen Institutionen die Möglichkeiten der neuen Informationstechnologien? Wie kann ein Auseinanderdriften zwischen denen, die Zugang zu den Informationstechnologien und Informationen haben (information rich) und denen, die soziale oder bildungspolitische Barrieren überwinden müssen (information poor), verhindert werden?

Realistische Bilanzen über den demokratischen Gebrauch der Netze (siehe den Beitrag von Claus Leggewie) zeichnen ein eher ernüchterndes Bild. Dennoch besteht weder Anlass für eine übertriebene Euphorie noch für grundlose Befürchtungen. Die Bedeutung des Internets als Medium demokratischer Öffentlichkeit und als Instrument politischer Entscheidung ist, wenn man die Chancen nützt, evident. Allerdings haben die sogenannte FreeNet-Bewegung der "Frühzeit" des Netzes, die "Online Communities" und Netzinitiativen, in die viel an Demokratisierungshoffnungen gelegt wurde, angesichts der Kommerzialisierung viel an Kraft und Bedeutung verloren.

Seit den 1980er Jahren zeichnen sich in den Industrieländern weitreichende Reformen ab, die durch Liberalisierung, Konvergenz und Globalisierung geprägt sind. Dies bewirkte auch eine geänderte Rolle des Staates im Kommunikationssektor.

Mittlerweile bewegen sich die Debatten um Stichworte wie E-Democracy und E-Government, um auszuloten, wie eine verbesserte Einbindung der BürgerInnen in das demokratische politische System durch verbesserte Information, mehr Transparenz und die Förderung von öffentlichen Meinungsbildungs- und Beteiligungsprozessen erreicht werden kann.

Gertraud Diendorfer
(Last Update 03/2013)

© Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org