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Pionierinnen der Frauenbewegung

In der Gallery Pionierinnen der Frauenbewegung werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.

Rigoberta Menchú


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Bildquelle: CC BY-SA 2.0 Carlos Rodriguez/ANDES via Wikimedia Commons

Menschenrechtsaktivistin, Friedensnobelpreisträgerin
geboren am 9. Januar 1959

Rigoberta Menchú kommt 1959 in Chimel, Guatemala als Maya-indígena zur Welt und wächst während des Guatemaltekischen Bürgerkriegs auf, was ihren späteren Einsatz für die Menschenrechte prägt. Von 1954 bis 1986 wird Guatemala beinahe durchgehend von Militärjuntas regiert.

In ihrer Jugend machte sie mit der Befreiungstheologie und der Frauenbewegung Bekanntschaft. Auch ihre Familie, die der linken Guerillabewegung nahe steht, das eigene Leben in Armut und schlechte Erfahrungen mit Privatmilizen und Großgrundbesitzern prägen die junge Frau.

1980 stirbt ihr Vater als in der besetzten spanischen Botschaft ein Brand gelegt wird. Bruder und Mutter werden gefangengenommen, gefoltert und umgebracht. Menchú ist im Komitee für Bauerneinheit aktiv und setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen ein.

1981 muss Menchú untertauchen und nach Mexiko ins Exil fliehen, ist aber im Ausland weiterhin friedlich aber vehement für die Menschenrechte, vor allem der indigenen Bevölkerung und der Landarbeiter, im Einsatz und wurde oft als eine Art Vermittlerin zwischen zwei Kulturen (der „indigenen“ und der „weißen“) gesehen. Im Exil gründet sie mit anderen die „Vereinte Vertretung der guatemaltekischen Opposition“ und tritt kurz darauf erstmals vor der UN-Menschenrechtskommission in Erscheinung, um auf die Mißstände in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.

Für ihr Engagement erhielt Rigoberta Menchú zahlreiche Preise. So wurde ihr unter anderem 1992 – als damals 33-Jähriger und damit jüngster Preisträgerin – der Friedensnobelpreis verliehen. Rigoberta Menchú bekleidet unterschiedliche Ämter bei den Vereinten Nationen und der UNESCO.

Quellen:
Bieber, Horst (1992): Unbeugsame Streiterin. In: www.zeit.de/1992/44/unbeugsame-streiterin (10.8.2015)
www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/rigoberta-menchu/ (10.8.2015)

Weitere Links/Literaturtipps:
Burgos, Elisabeth (1984): Rigoberta Menchú. Leben in Guatemala. Bornheim-Merten.
Melach, Anna (2010): ... wie aber führt man Frieden? : Menschen, die die Welt verändern ; Berta von Suttner, Mahatma Gandhi, Geschwister Scholl, Martin Luther King, Mutter Teresa ... Innsbruck/Wien.
Schiffer, Rosalie (2011): "Yo soy maya": Identität in ausgewählten Reden und Texten Rigoberta Menchús. Diplomarbeit, Wien.
Rößler Maren (2004): Ringen um Vielfalt in der Einheit: Rigoberta Menchú und das "movimiento maya" in Guatemala. Leipzig.

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