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Pionierinnen der Frauenbewegung

In der Gallery Pionierinnen der Frauenbewegung werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.

Emmeline Pankhurst


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Bildquelle: Public domain Topical Press Agency via Wikimedia Commons

Frauenrechtlerin, Politikerin, militante Suffragette
geboren am 14. Juli 1858, gestorben am 14. Juni 1928

Bereits in ihrer Kindheit kam Emmeline Goulden durch ihre Mutter Sophia Crane mit feministischen Ideen in Kontakt. 1879 heiratete sie den Rechtsanwalt, Sozialisten und Kämpfer für das Frauenwahlrecht, Richard Pankhurst. Beide engagierten sich in "The Independent Labour Party", Emmeline arbeitete als Fürsorgerin.

Nach dem Tod ihres Mannes zog Emmeline ihre fünf Kinder alleine groß und widmete sich immer stärker dem Kampf für das Wahlrecht der Frauen. Im Jahr 1903 gründete Pankhurst die Women\\'s Social and Political Union (WSPU). Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen, darunter ihren Töchtern Christabel und Sylvia, entwickelte sich die WSPU unter der Führung Emmeline und Christabel Pankhursts zum militanten Flügel der englischen Frauenbewegung: "Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen. Dies ist das Glaubensbekenntnis der militanten Frauen Englands." (Emmeline Pankhurst, zit. nach www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/emmeline-pankhurst/; 08.07.2015)

Ihrem Motto "Taten statt Worte" ("Deeds Not Words") folgend, machten die Suffragetten mit Aktionismus auf ihre Anliegen aufmerksam: Unter anderem organisierten die Suffragetten Demonstrationen, zerbrachen Schaufenster und zündeten leerstehende Landsitze und Kirchen an. Viele Suffragetten wurden inhaftiert und traten im Gefängnis Hunger- und Durststreiks an. Emmeline Pankhurst trat beispielsweise während eines 18-monatigen Arrests zehnmal in Hungerstreik. Oft wurden die Aktivistinnen daraufhin zwangsernährt. Allerdings hatten die Frauen die Sympathien der Öffentlichkeit auf ihrer Seite, die Zwangsernährungen wurden 1913 eingestellt. Die Strategie, mittels öffentlichkeitswirksamer militanter Aktionen das Frauenwahlrecht zu erlangen, begründete Pankhurst folgendermaßen: "Die Landarbeiter hatten das Wahlrecht gewonnen, indem sie Heuschober anzündeten, Krawalle anzettelten und so den englischen Politikern ihre Stärke demonstrierten in der einzigen Sprache, die diese verstehen." (Emmeline Pankhurst, zit. ebd.)

Während des ersten Weltkriegs unterstützte die WSPU den Kriegseinsatz Großbritanniens und wandelte sich 1917 in die "Women\\'s Party." Nach dem Krieg erlangten im Jänner 1918 Frauen, die älter als 30 Jahre waren, das Wahlrecht bei Parlamentswahlen und durften für das Parlament kandidieren. Emmeline Pankhurst schloss sich der Konservativen Partei an. Erst zehn Jahre später, 1928, wurde das gleiche allgemeine Wahlrecht für Frauen und Männer, die älter als 21 Jahre waren, in Großbritannien eingeführt. Emmeline Pankhurst erlebte diese Realisierung ihres Ziels nicht mehr, sie verstarb ein paar Wochen zuvor.

Quellen:
fembio.org/biographie.php/frau/biographie/emmeline-pankhurst/ (08.07.2015)
www.thepankhurstcentre.org.uk/museum-2/suffragette-history (08.07.2015)
www.onb.ac.at/ariadne/projekte/frauen_waehlet/nebRaum11a.html (08.07.2015)

Weitere Literaturtipps:
Günther, Jana (2009): Suffragetten. Mediale Inszenierung und symbolische Politik. In: Gerhard, Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. 1900 bis 1949. Göttingen. S. 108–115.
Karl, Michaela (2009): „Wir fordern die Hälfte der Welt!": der Kampf der englischen Suffragetten um das Frauenstimmrecht. Frankfurt am Main.
Pankhurst, Emmeline (1914): My Own Story. London. In: www.gutenberg.org/files/34856/34856-h/34856-h.htm (08.07.2015)
Purvis, June (2002): Emmeline Pankhurst: a biography. London u.a.

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