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Pionierinnen der Frauenbewegung

In der Gallery Pionierinnen der Frauenbewegung werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.

Bertha von Suttner


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Bildquelle: Public domain Carl Pietzner via Wikimedia Commons

Friedensforscherin, Schriftstellerin, erste Friedensnobelpreisträgerin
geboren am 9. Juni 1843, gestorben am 21. Juni 1914

Bertha von Suttner kommt 1843 in Prag als Gräfin Bertha Sophia Kinsky von Chinic und Tettau (Tochter von Franz Michael Graf Kinsky und der bürgerlichen Sophie Wilhelmine) zur Welt. Der Vater stirbt noch vor der Geburt. Bertha von Suttner erhält eine gute Ausbildung, obwohl ihr der Zugang zum Hochadel verwehrt bleibt. Das Erbe des Vaters geht aufgrund der Spielsucht der Mutter schnell zur Neige. Daher nimmt Bertha von Suttner eine Stelle als Gouvernante bei Karl von Suttner an. Dort verliebt sie sich in den sieben Jahre jüngeren Sohn, Arthur von Suttner und wird darauf hin entlassen.

Danach arbeitet sie als Privatsekretärin beim Industriellen Alfred Nobel, wo sie sich näher mit Nobels pazifistischen Gedanken auseinanderzusetzen beginnt. 1876 heiraten Bertha und Arthur von Suttner in Wien, worauf Arthur enterbt wird.

Arthur und Bertha gehen ins Exil nach Georgien, in der Hoffnung eine Anstellung am russischen Zarenhof zu finden. Dieser Wunsch erfüllt sich jedoch nicht und die beiden verdienen ihr Geld fortan mit Gelegenheitsjobs und verfassen unter anderem Unterhaltungsromane und führen Übersetzungsarbeiten durch. Als der Russisch-Türkische Krieg beginnt, veröffentlicht Arthur Suttner erfolgreich Berichte über den Krieg in der deutschen Presse. Gleichzeitig beginnt Bertha von Suttner erste Kurzgeschichten und Essays zu schreiben und setzt sich mit den Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung auseinander.

1885 kehren Arthur Suttner und Bertha von Suttner nach Wien zurück und versöhnen sich mit der Familie. 1889 veröffentlicht Bertha von Suttner den Roman „Die Waffen nieder“, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird und sie zu einer führenden Person der Friedensbewegung macht.

Bertha von Suttner wird Präsidentin der neu gegründeten „Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde“, gründet weitere Gesellschaften in Deutschland, Italien und Ungarn und nimmt an zahlreichen Friedenskonferenzen teil. 1905 wird Bertha von Suttner als erster Frau der Friedensnobelpreis verliehen, der ihr am 16. April 1906 überreicht wird.

Bertha von Suttner stirbt 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in Wien. Sie war jahrelang auf der Tausend Schilling Banknote abgedruckt und ist auf der Zwei Euro Münze zu finden. Friedensforschung und Pazifismus werden bis heute mit ihr assoziiert.

Quellen:
www.wien.gv.at/kultur/archiv/geschichte/zeugnisse/suttner-bertha.html (22.7.2015)
www.friedensgesellschaft.at/ (22.7.2015)

Weitere Literaturtipps:
Von Suttner, Bertha (2005): Die Waffen nieder! Hg. v. Pils, Richard. Weitra.
Hamann, Brigitte (1993): Bertha von Suttner: Ein Leben für den Frieden. München.
Internationaler Bertha-von-Suttner-Verein (2007): Friede – Fortschritt – Frauen: Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner auf Schloss Harmannsdorf. Wien u.a.
Kempf, Beatrix (1965): Bertha von Suttner: das Lebensbild einer großen Frau; Schriftstellerin, Politikerin, Journalistin. Wien.
Streeruwitz, Marlene (2014): Über Bertha von Suttner. Autorinnen feiern Autorinnen. Wien.

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