zur normalen Ansicht

Themen > Genderperspektiven > Pionierinnen 

Pionierinnen der Frauenbewegung

In der Gallery Pionierinnen der Frauenbewegung werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.

Aung San Suu Kyi


< | zurück zur Übersicht  | >

Bildquelle: Wikimedia Commons

Politikerin, Friedensnobelpreisträgerin
geboren am 19. Juni 1945

Aung San Suu Kyi kommt 1945 in Britisch-Burma, heute Myanmar, zur Welt. Ihr Vater kämpft für die Unabhängigkeit Burmas von Großbritannien, ihre Mutter ist erste weibliche Botschafterin Burmas. Der Vater wird 1947 ermordet. Ihre Jugend verbringt Aung San Suu Kyi in Indien bei ihrer Mutter. Sie studiert Politikwissenschaft in Delhi, später Philosophie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften in Oxford und arbeitet im Anschluss an ihr Studium bei den Vereinten Nationen in New York.

Da ihr Mann Michael Aris, ein Tibetologe, eine Anstellung an der Universität bekommt, zieht die Familie 1972 nach Oxford zurück. Aung San Suu Kyi konzentriert sich auf die Forschung und versucht, die Geschichte Burmas und die ihres Vaters aufzuarbeiten. Es folgen Forschungsaufenthalte in Japan und Indien.

1988 kehrt sie nach Burma zurück und erlebt die politischen Unruhen, den Einsatz des Volkes für Demokratie sowie den Sturz des Diktators mit. Aung San Suu Kyi wird politisch aktiv, spricht sich in ersten Reden für eine demokratische Entwicklung aus, während kurz darauf erneut eine Militärdiktatur die Macht ergreift. Im selben Jahr wird sie Parteivorsitzende der neu gegründeten „National League for Democracy“, die trotz Repressalien ihren Wahlkampf fortführt.

Die Partei wird nicht zu den Wahlen zugelassen und Aung San Suu Kyi 1989 erstmals unter Hausarrest und beinahe völlige Isolation gestellt. Ihre Partei gewinnt die Wahlen 1990, der Sieg wird aber nicht anerkannt und zahlreiche Oppositionelle verhaftet, gefoltert und getötet.

1991 wird Aung San Suu Kyi für ihren gewaltfreien Einsatz für Demokratie und Menschenrechte der Friedensnobelpreis verliehen. Zahlreiche weitere Preise folgen.

In den folgenden 20 Jahren ist sie immer wieder mit jahrelangem Hausarrest, unfairen Prozessen und Einschüchterungsmethoden konfrontiert. Obwohl sich auch die Vereinten Nationen für Aung San Suu Kyi einsetzen und der internationale Druck auf die Militärregierung steigt, wird sie erst 2010 vorerst endgültig aus dem Hausarrest entlassen.

2012 zog Aung San Suu Kyi mit 33 weiteren Mitgliedern der „National League for Democracy“ ins Parlament von Myanmar ein.

Seit ihrer Freilassung im Jahr 2010 ist Aung San Suu Kyi 2012 erstmals wieder international unterwegs und hält unter anderem in Oslo ihre Festrede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises nach. Auch im Europaparlament ist sie 2013 zu Gast.

Im Herbst 2015 wird die „National League for Democracy“ bei den Parlamentswahlen antreten, Aung San Suu Kyi darf aber laut Verfassung nicht Präsidentin werden. Ihre politische Arbeit ist nachwievor durch Repressionen des Regimes geprägt.

Quellen:
www.humanrights.com/de/voices-for-human-rights/daw-aung.html (11.8.2015)
www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/aung-san-suu-kyi (11.8.2015)
diestandard.at/1276413624081/Burma-Aung-San-Suu-Kyi-wurde-65 (11.8.2015)
derstandard.at/2000018959865/Suu-Kyis-Oppositionspartei-tritt-zu-Parlamentswahl-in-Myanmar-an (11.8.2015)

Weitere Literaturtipps:
Aris, Michael (1995) (Hrsg.): Freedom from fear and other writings. London.
Aung San Suu Kyi (1997): Letters from Burma. Harmondsworth ua.
Bengtsson, Jesper (2013): Ikone der Freiheit. Aung San Suu Kyi. Eine Biographie. Berlin.
Lorenz, Andreas (2015): Aung San Suu Kyi. Ein Leben für die Freiheit. München.

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org