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Pionierinnen der Frauenbewegung

In der Gallery Pionierinnen der Frauenbewegung werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.

Marga Hubinek


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Bildquelle: Parlamentsdirektion / Bettina Mayr-Siegl

Politikerin, Frauenrechtlerin
geboren am 20.5.1926

Marga Hubinek war die erste Frau im Präsidium des Nationalrates. Eine Politikerin mit Weitblick, dem liberalen Flügel der ÖVP zugehörig. Engagiert, aber nicht auf Parteilinie.

Nach der Matura im Jahr 1944 studierte sie Germanistik und Geschichte. Promotion: 1949.

Bereits während ihres Studiums war sie in der österreichischen Hochschülerschaft politisch aktiv. 1952 begann sie bei der Wiener Handelskammer (Heute: Wirtschaftskammer) zu arbeiten, wo sie schließlich Leiterin des Fonds der Wiener Kaufmannschaft wurde. Politisch führte ihr Weg von der Hochschülerschaft zum Akademikerbund und in den ÖAAB. Ihre Musiklehrerin, Nora Hiltl, damals Wiener ÖVP-Gemeinderätin und Landesleiterin der Wiener ÖVP-Frauen, brachte sie zur österreichischen Frauenbewegung, der Frauenorganisation der ÖVP.

1959 wurde Marga Hubinek – nur wenige Tage nach der Geburt der ersten Tochter – als jüngste Abgeordnete im Wiener Landtag angelobt. 1970 wechselte sie vom Gemeinderat in den Nationalrat, dem sie 20 Jahre lang angehörte. Marga Hubinek war wesentlich am Zustandekommen der Familien- und Strafrechtsreform beteiligt. Sie war Familiensprecherin ihrer Partei und später Umweltsprecherin. 1986 wurde sie als erste Frau Zweite Präsidentin des Nationalrates. Sie wertet diese Wahl als einen weiteren Schritt "auf dem dornenreichen Weg zu einer besseren Vertretung der Frauen in der Politik."

Als Landesleiterin der Wiener Frauenbewegung forderte sie bereits in den siebziger Jahren den wahlweisen Karenzurlaub für Mütter und Väter. Und zum Entsetzen mancher ihrer ParteikollegInnen verlangte sie 1971 die Aufhebung der Rezeptpflicht für empfängnisverhütende Pillen. Zusatzbemerkung: "Die Meinung des Papstes über Empfängnisverhütung kann für uns nicht maßgebend sein" (Die Presse, 29.4.1971). Zu ihren wichtigsten Anliegen gehörte es, die Diskriminierung der Frau am Arbeitsplatz abzubauen und die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern.

Wiederholt versuchte Marga Hubinek, wenn es um die Durchsetzung von Frauenanliegen ging, eine Achse mit Frauen anderer Parteien zu bilden. Diese Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg war auch eine Folge ihrer internationalen Erfahrungen.

Nicht selten kam Marga Hubinek, wenn sie die Interessen der Arbeitnehmerinnen vertrat, mit dem Wirtschaftsbund und der Industriellenvereinigung in Konflikt. Ähnlich erging es ihr mit ihrem Engagement in Sachen Umwelt. Sie war bereits Kernkraftgegnerin, als die ÖVP noch für Zwentendorf war. Und sie setzte sich gegen den Bau des Donaukraftwerks Hainburg und für die Errichtung des Nationalparks ein. Die Übernahme des Umwelt- und Familienministeriums, die ihr Alois Mock 1987 angeboten hatte, hätte sie zwar gereizt, sie lehnte jedoch aus familiären Gründen ab. Ihr Mann war kurz davor gestorben.

Quelle:
Feigl, Susanne (2000): Politikerinnen in Wien. 1848-2000. Biographien. Wien. Eine Publikation des Frauenbüros der Stadt Wien (MA 57). S. 52.

Weitere Literatur:
Barbara Holzer (2008): Marga Hubinek. In: Carmen Wappel u.a.: Stichwortgeberinnen. 14 Portraits erfolgreicher Frauen aus Politik und Wirtschaft. Wien. S. 39 ff.

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